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Briefing

Besprechen von Verfahren, Kommunikation und Eigenschutzmaßnahmen.

An Board

Geruchswahrnehmungen an Cockpit und/ oder verantwortlichen Flugbegleiter melden und soweit erforderlich Eigenschutzmaßnahmen analog Dangerous Goods Procedure einleiten, d.h. Rauchschutzhauben aufsetzen.

Sofortmaßnahmen:

Weitere Exposition vermeiden. Sauerstoffgabe ist empfehlenswert.

Dokumentation:

Airlinespezifische Dokumentation (Flight Report, etc.)und Unfallmeldung durchführen und kopieren (z.B. fotografieren). Eintrag ins Technische Logbuch (TLB).

Arzt / Krankenhaus aufsuchen

Zuerst zum Durchgangsarzt in der Nähe, zu finden auf der Homepage der DGUV (LINK) , dann von Durchgangsarzt an die Uniklinik Göttingen überweisen lassen (wichtig: zur besonderen Heilbehandlung ankreuzen lassen und nicht zur allgemeinen Heilbehandlung):

Priv.-Doz. Dr. med. Astrid Heutelbeck,
Ärztin für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Umweltmedizin und Allergologie,
Universitätsmedizin Göttingen,
Waldweg 37 B,
37073 Göttingen, Deutschland.
Fon: Sekretariat (wochentags von 8.00h - 16h): +49 551/39-4950
außerhalb der Sekretariatszeiten: +49 551/39-66189, 01511 2190904 (nur im Fall von akutem Fume-Event ausserhalb der Bürozeiten)
Fax: +49 (0)551 39-66184,
E-Mail: aheutel@gwdg.de

Symptome können, müssen aber nicht sofort eintreten. Sie können sich auch über Tage und Wochen entwickeln oder ganz ausbleiben.

Auswirkungen können sein:

Schleimhautreizung, Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe, Muskelschwäche, grippeähnliche Symptome, Störungen des Gleichgewichts und des Ganges, Kribbeln/Taubheitsgefühl

Langzeitauswirkungen von Neurotoxizität können sein:

Müdigkeit, Gedächtnis-, Konzentrations- und Sprachstörungen. Symptome müssen fortlaufend dokumentiert und medizinisch betreut werden. Ein Tagebuch mit Befundkopien sollte geführt werden.

Großes ausgiebiges Standardlabor erstellen lassen:

  • Differentialblutbild, Nierenwerte, Leberwerte, Creatinkinase gesamt und Isoenzyme der CK (complete blood count/CBC, white blood count/WBC + Differential, liver transaminases, creatine kinase with isoenzymes) bestimmen lassen, ggf. Werte je nach Symptombefund.
  • eine Blutgasanalyse mit CO-Hb, Met-Hb und O2-Sättigung am Tage des Events bestimmen lassen, da die Halbwertszeit von CO-Hb (kohlenmonoxidgesättigtes Hämoglobin) nur 245 Minuten beträgt (Rauchen beeinflusst die Werte!)
  • AChE (Acetyl-Cholin-Esterase) am Tage des Events bestimmen lassen. Von Vorteil ist ein unbelasteter Vergleichswert zur Beurteilung.

Sämtliche Symptome wie Herzrhythmusstörungen, Atemnot, neurologische Beschwerden usw. müssen untersucht und dokumentiert werden.

Zusätzlich zweimal 30 ml Blut (EDTA) in Röhrchen für klinische Chemie abnehmen lassen für weitere Analysen in Göttingen (GEFROREN lagern und transportieren). Wir empfehlen außerdem einen BChE-Test (Butyryl-Cholin-Esterase) falls möglich, auch wenn z.Zt. noch Norm-/Vergleichswerte fehlen.

3 Urinproben am ersten Tag, dann jeweils eine pro Tag asservieren, gefroren lagern und nach Göttingen mitbringen (Urinbecher gibt es in Apotheken zu kaufen, ansonsten saubere, verschließbare Flaschen/Becher/Behältnisse benutzen). Alle Urinproben und alle Blutproben (vom D-Arzt) können vorab per Express zur Uniklinik Göttingen geschickt werden, falls eine persönliche Anreise erst später möglich ist. Weitere neurologische Untersuchungen in GÖ sind notwendig.

Dokumentation

Gemäß EU-VO 996/2010 & 376/2014 ist die behördliche Meldung einer Störung notwendig.
Jedes Crewmitglied ist für diese Meldung berechtigt und verantwortlich:

Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung
+49 531 3548-0,
www.bfu-web.de

Online-Formular (LINK)

Das Online-Formular ausfüllen und durch ankreuzen von LBA und BFU sicherstellen, dass beide Behörden informiert werden.

Flight Report:

Das Ereignis nachvollziehbar und so detailliert wie möglich dokumentieren.

Unfallanzeige:

Unfallreport ausfüllen und an Arbeitgeber, sowie PV und interne Arbeitssicherheit senden (in einigen Flugbetrieben online möglich).  Kopie machen oder abfotografieren.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet gemäß SGB 7 §193 die Unfallmeldung an die BG weiterzuleiten.

Wenn man nach einer Woche keine Bestätigung des Arbeitgebers bezügl. der Weiterleitung an die BG erhalten hat, bitte diese Bestätigung vom Arbeitgeber einfordern.

Sollte der Arbeitgeber nach Anfrage keine Bestätigung der Weiterleitung zugeschickt haben, bitte Info an PV und eigeninitiativ eine Kopie des Unfallreport an BG einreichen:

BG Verkehr
Hauptverwaltung Hamburg
Ottenser Hauptstraße 54
22765 Hamburg
Tel.: +49 40 325220-0
Fax: +49 40 325220-2699
E-Mail: hamburg@bg-verkehr.de

Meldung

des Vorfalls an die jeweilige Personalvertretung und die UFO (smellevent@ufo-online.aero)

 

Um den Smell Event Guide als druckfähige PDF zu erhalten, bitte auf das Bild klicken.

 
PDF: SMELL EVENT GUIDE ( Stand 04/2016 ) 

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Eurecca