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Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) begrüßt technische Neuentwicklungen, welche in Zukunft auch Flugzeuge des Herstellers Airbus mit Frischluft versorgen können. Ein entsprechendes System, welches Flugzeugkabinen durch einen neuentwickelten Turbokompressor mit Außenluft versorgt, war vom 3. bis 24. Juni 2016 von Airbus zusammen mit dem Zulieferer Liebherr Aerospace in Toulouse, Frankreich getestet worden. Am 7. Juli wurde das erfolgreiche Ergebnis der Kooperationspartner gemeinsam verkündet.

Kritik an bisherigem System

Das konventionelle Kabinenluftsystem, das sog. Zapfluftsystem, bei dem die Luft direkt den Triebwerken entnommen wird, steht seit einigen Jahren in der Kritik, da es mit Vorfällen – so genannten Fume- oder Smell-Events – in Verbindung gebracht wird, bei denen es zu einer Kontamination der Kabinenluft mit Giftstoffen kommt.

Konzeptionelle Neuentwicklung

"Bei dem neuen System handelt es sich um eine konzeptionelle Neuentwicklung der Luftversorgung in der Kabine von Airbus-Flugzeugen. Eine Versorgung mit Luft, welche nicht im Triebwerk selbst abgezapft wird, gab es unter modernen Flugzeugen bisher ausschließlich beim Modell 787 vom Hersteller Boeing", berichtet Christiane Donath, Mitglied der AG Gesundheit der UFO. "Nun komme es darauf an, dass diese Systeme schnellstmöglich Marktreife erreichen, damit eine Gesundheitsgefahr für das fliegende Personal und die Passagiere abgewendet werden könne", so Donath weiter.

Anerkennung von Fume Events durch Berufsgenossenschaft

Nachdem vor dem Sozialgericht Hamburg gegenüber der für Arbeitsunfälle zuständigen Berufsgenossenschaft (BG) die Anerkennung eines Fume-Events als Berufsunfall erwirkt wurde, bestätigte auch die BG jüngst hohe Fallzahlen und forderte die Airlines daraufhin zu einer Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung auf. "Zusammen mit der Verfügbarkeit einer Technologie, die nicht die Gefahr von Rückständen von verdampften Maschinenölen und anderen Giftstoffen in der Kabinenluft birgt, könnte dies die Airlines zum Handeln zwingen und somit Investitionen in Sicherheit und Arbeitsschutz fördern. UFO und VC befassen sich sehr intensiv mit diesem Themenkomplex. Immerhin kann ein entsprechender Vorfall bis zur Erwerbslosigkeit führen", ergänzt Christoph Drescher, Vorstand Berufspolitik bei UFO.