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Foto pixabay

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist nicht die Zeit, etwas zu beschönigen.

Es ist nicht die Zeit, zu beschwichtigen.

Es ist nicht die Zeit für Gewerkschaftsstreit.

Es ist an der Zeit, die Zukunft für uns Kollegen zu sichern.

In den vergangenen Wochen stehen wir in regelmäßigem Austausch mit der airberlin-Geschäftsleitung, die mittlerweile anfängt zu akzeptieren, dass auch die UFO TK Interessen der Kabine vertritt und in die Zukunftsplanung mit einbezogen werden muss.

Eines der Zukunftsthemen wird die Gründung der "airberlin Aeronautics" sein. Diese soll zukünftig die 38 Flugzeuge betreiben, die im Wet-Lease für Eurowings und Austrian operieren. Doch das ist nicht das einzige Problem.

Die Lage ist nicht einfach, unser Alltag ist mit "Chaos" nur unzutreffend beschrieben:

Einhaltung der EASA Regeln - gibt es noch Menschen im System, die das kontrollieren?! Einsatzpläne sind nicht rechtzeitig da, es gibt Anrufe in der Kernruhezeit, es gibt Dienste, die nicht EASA-konform sind, es gibt Layover ohne Hotelzimmer für Teile der Crews, die Hotels und der Transfer zum Hotel müssen teilweise selbst gebucht und bezahlt werden und Crews gehen mit Minimum Rest ex Homebase raus. Wir alle kennen diese Vorfälle leider schon zur Genüge.

Warum machen wir das alles mit?

Warum fliegen wir für EW ohne Schulung?

Warum sind wir für ACMIO unterwegs ohne Nachteilsausgleich?

Wohin steuert die airberlin?

Gibt es für uns eine Perspektive?

Wieso funktioniert eigentlich die EW-OPS relativ reibungslos? Weil das unsere Zukunft ist?!

Was könnte mit uns passieren?

Zumindest auf diese letzte Frage wollen wir Euch eine Antwort geben, die zumindest als Orientierungshilfe dienen soll. Hier die denkbaren Szenarien:

 

1. Drohung mit Insolvenz

Eine Insolvenz ist derzeit eher unwahrscheinlich, da Bundestagswahlen anstehen und der Verlust von Arbeitsplätzen in größerer Zahl in Wahlkampfzeiten nicht gerne gesehen ist. Zudem wären dann Flugrechte und Slots in Gefahr, die ein möglicher "Retter" der airberlin sicherlich behalten möchte.

Aber man wird uns dennoch zu erpressen versuchen – frei nach dem Motto: Nur wenn wir das Kostenniveau der Low-Cost-Airlines erreichen, wird es eine Perspektive geben.

Gibt es bisher gegen diese Bedrohung eine Absicherung? NEIN!

Man müsste jetzt einen vorbeugenden Sozialplan verhandeln, solange Etihad noch in der Pflicht ist und die finanziellen Mittel für diesen aufbringen muss!

 

2. Tatsächliche Insolvenz

Aufgrund der Erfahrung, dass in den letzten 15 Jahren acht deutsche Airlines in der Insolvenz gelandet sind, es kaum Kapital für Abfindungen gab und die Kollegen erstmal ohne berufliche Perspektive waren, gälte es auch für diesen Fall, Lösungen zu verhandeln, solange Etihad noch in der Pflicht ist.

DENN: Ein Interessent für Flugzeuge, Slots und Strecken hat sich ja unüberhörbar gemeldet: LH beziehungsweise EW.

Gibt es denn schon Gespräche/Absprachen, dass der Interessent auch Interesse an den Menschen zu haben hat?! NEIN!

 

3. airberlin behält die Mitarbeiter, "Aeronautics" übernimmt die Flugzeuge und sucht sich neue Mitarbeiter zur Bereederung

Der von ver.di ausgehandelte "Pakt für Wachstum und Beschäftigung" wäre dann dort nicht wirksam, weil der bisherige Arbeitgeber (airberlin) nicht der neue (Aeronautics) wäre. Arbeitsrechtler sind sich einig, dass dies auch kein Betriebsübergang wäre. Das heißt, dass der "Pakt für Wachstum und Beschäftigung" so eben nicht garantiert, dass die heutigen Tarifbedingungen bei airberlin für uns bei "Aeronautics" fortgelten.

Fortdauer der heutigen Tarifbedingungen bei "Aeronautics"? NEIN!

Für die dann überzähligen, etwa 800 Kollegen bei der airberlin gäbe es keine Arbeitsplätze mehr. Gibt es für diesen Fall der Fälle bereits eine Absicherung? NEIN!

Zudem wären diejenigen von uns, die zurückblieben, die Älteren und würden damit die teureren sein, da die neuen, jungen Kollegen eher bereit wären, zu den dann angebotenen Bedingungen zu gehen.

 

Insgesamt stehen viele Regelungen auf dem Spiel: Teilzeitmodelle, OFF-Tage-Regelungen, die Höhe des Urlaubsanspruchs und die Länge der max. Flugdienstzeit. Von den Vergütungstabellen ganz zu schweigen.

Wir als Eure UFO TK werden mit der UFO als der Gewerkschaft im LH-Konzern alle diese Themen angehen, weil die Frage unserer Zukunft untrennbar mit der EW verbunden scheint. Wir sind in der Lage im LH-Konzern für Eure Bedingungen einzustehen, falls der Weg tatsächlich dorthin führt.

Unsere Geschäftsleitung versucht, diese Wahrheit aus verschiedenen Gründen immer wieder zu ignorieren. Daher haben wir die Führung der airberlin aufgefordert, diese Themen mit uns zu verhandeln und Lösungen zuzuführen.

Wir sind sicher in eurem Sinne zu handeln wenn wir sagen, dass die Lösung und damit die Zukunft der Kabine, davon beeinflusst sein wird, ob die Gewerkschaften zusammen an einer Lösung arbeiten oder nicht. Wir sind dazu bereit, gemeinsam mit ver.di für die Zukunftsbedingungen von uns airberlinern innerhalb und außerhalb von Eurowings zu kämpfen.

Kleinstaaterei war gestern, Absicherung ist heute.

Eure Tarifkommission
Anja Reibke (Sprecherin), Anja Barbian-Stiller, Jule Haberland, Tanja Spohr, Sebastian Franz und Kai Hoppert

sowie Uwe Hien und Steffen Frey (UFO-Tarifressort)

 

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Eurecca

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