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Es ist Schmuddelwetter, auf dem Vorfeld und auf der Crewtreppe liegen eine Mischung aus Schneematsch und Enteisungsflüssigkeit. Jeder will nach dem Flug schnell nach Hause – ab ins Bett, und dann ist ja noch so viel zu erledigen! Außerdem wartet schon die halbe Crew im Crewbus, also nichts wie nach unten, Pumps hin oder her. Die Kollegin rutscht aus, fällt hin – ein Arbeitsunfall. Wenn sie dabei auch noch eine WCHR-Passagierin begleitet hat, kann der daraus resultierende Bänderriss noch einige Folgen haben, die nicht nur mit einer Naht und mehrwöchiger Krankschreibung zu tun haben. Vieles hängt von der Qualität ab, ob und wie sie den Arbeitsunfall gemeldet hat, ob sie sich gleich nach dem Unfall einem sogenannten Durchgangsarzt vorgestellt hat.

Die zuständige Berufsgenossenschaft Verkehr hat auf ihrer Homepage ein Formular für Arbeitsunfälle, das sorgfältig ausgefüllt werden muss. Hier liegt wahrhaftig nicht die Würze in der Kürze, sondern in der ausführlichen Darstellung! Ganz wichtig ist, dass die Ursache des Unfalls so beschrieben wird, dass der unmittelbare Zusammenhang mit dem Dienst erkennbar ist. Hilfreich ist dabei zum Beispiel, wenn es wie bei der Lufthansa eine Auflistung der Aufgaben für die jeweilige Arbeitsposition gibt, die der Unfallmeldung beigelegt wird. Außerdem sollte der Hergang ganz genau geschildert und etwaige Zeugen benannt werden, die alles bestätigen können. Der Kapitän sollte eine Kopie des Berichts erhalten.

 

Wenn kein anderer Beteiligter erkennbar den Unfall verschuldet hat, dann zahlt die BG Verkehr die Behandlung, eventuell anstehende Rehakosten und alles, was damit zu tun hat. Allerdings muss der oder die Betroffene zuvor einen Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen. Manchmal gibt es einen solchen auf deutschen Flughäfen, ansonsten kann man bei der BG erfahren, welcher der nächste erreichbare Arzt ist, der diese Zusatzfunktion hat. Der Arzt muss den/die Betroffene unmittelbar nach dem Unfall untersuchen und weitere Behandlungen veranlassen, wie z.B. die Überweisung in ein Krankenhaus.

Schwieriger wird es, wenn z.B. eine Wirbelsäulenverletzung vorliegt. Manche Menschen leiden unter älteren Schädigungen, die nicht alle mit der FB-Tätigkeit zu tun hatten. In einem solchen Fall ist es gut, für die Beurteilung alte Krankenakten und Gutachten sowie Röntgenbilder zum D-Arzt mitzubringen. Der kann dann einfacher feststellen, ob die Verletzung Folge des Unfalls ist. Wenn dies allerdings bezweifelt wird, muss zunächst die Krankenkasse für die Kosten aufkommen. Leider sind uns einige Unfälle bekannt, bei denen die BG die Kostenübernahme abgelehnt hat und die Krankenkasse auch nicht zahlen wollte, weil sie ja von einem Dienstunfall Kenntnis hatte. Zunächst muss dann die betroffene Person zahlen. Und was jetzt?

 

Unser kleiner Verein, die IVTV

Am 21.7.1977 wurde die „Interessengemeinschaft der Versicherten in der BG für Fahrzeughaltungen" gegründet, die mittlerweile in BG Verkehr umgetauft wurde. Eine kleine Gruppe von Aktiven des Kabinen-, Cockpit- und Bodenpersonals stellte fest, dass die Gewerkschaften mit ihren Funktionären sich zu wenig um sie kümmerten, wenn es um Mitsprache in den BG-Gremien und die Beratung der Kolleginnen und Kollegen ging. Klaus Behnke, einer der "Väter" unserer Übergangsversorgung, bastelte eine Satzung mit anderen Engagierten. Die Idee war, mit Vertretern aus je einem Drittel der Arbeitsbereiche ein Team zu schaffen, das die Arbeit, die unterschiedlichen Bedingungen und vor allem die Gefahren dabei aus eigener Erfahrung kannte und sie in die Mitbestimmungsgremien in der BG einbrachte. So entstanden z.B. Unfallverhütungsvorschriften für die Arbeitgeber aus der Praxis heraus.

Die BG hat auch die Prävention von Arbeitsunfällen zur Aufgabe. Den IVTV-Mitgliedern ist es maßgeblich zu verdanken, dass wissenschaftliche Studien erstmalig durch die BG finanziert wurden, die schwere Erkrankungen und Unfälle zum Thema hatten. Darunter waren unter anderem

- Belastung und Beanspruchung von Serviertätigkeiten bei Flugbegleitern
- Epidemiologische Studie zur Krebshäufigkeit beim Fliegenden Personal
- Ozonbelastungen auf Kurzstreckenflugzeugen (seit neuestem ist hier der Einbau von Ozonkonvertern in neue und z.T. vorhandene Flugzeuge vorgeschrieben)
- Lehrfilm Arbeitssicherheit für das Kabinenpersonal
- Erstellung eines entsprechenden Pflichtenheftes für die Arbeitgeber
- Smell Events und Untersuchungen der Triebwerksluft bei der Verbrennung zu den „Cabin-Air"-Vorfällen

Wir von der IVTV sind Mitglieder in den Ausschüssen der BG, wie z.B. der Präventionsausschuss Luftfahrt, und bringen die Belange unserer Mitglieder ein. Wir beraten auch gerne unsere Mitglieder und auch (Noch-) Nichtmitglieder, wenn es Schwierigkeiten beim Verfassen des Unfallreports gibt, oder im Umgang mit der Bearbeitung durch die BG, sind in ständigem Kontakt mit Personalvertretungen, wissenschaftlichen Instituten und natürlich den zuständigen Beschäftigten in der BG. Es gibt mittlerweile ein ganzes Netzwerk, das es uns ermöglicht, den Kolleginnen und Kollegen zu helfen. Das funktioniert natürlich nur, wenn wir genügend Mitglieder haben! Unsere Berechtigung, auch nach der kommenden Sozialwahl in den Gremien der BG vertreten zu sein, hängt von dieser Voraussetzung ab. Bei uns sind altersbedingt etliche Mitglieder ausgeschieden und wir brauchen neue sowie gern auch Euren „Input" für unsere Arbeit. Ihr könnt mithelfen, damit wir Euch weiterhelfen können!

Bitte werdet Mitglied bei der IVTV! Es kostet weniger als zwei Cocktails im Crewhotel, nämlich 12,- Euro im Jahr. Dafür werdet Ihr von unseren Ehrenamtlichen beraten, könnt unsere IVTV-Nachrichten elektronisch erhalten und sorgt vor allem bei den jetzt anstehenden Sozialwahlen dafür, dass die Luftfahrt wieder zu einem Drittel in allen Gremien vertreten sein wird. Diesen Anteil haben wir als Grundlage für Friedenswahlen mit der Verd.i vereinbart. In der BG gibt es noch sehr viele andere Berufsgruppen, wie Speditionsmitarbeiter, Taxifahrer, Binnen- und Seeschiffer und seit neuestem auch Kollegen aus der Post- und Telekommunikation. Mit anderen Worten: Wir sind hier zum Glück überproportional vertreten und möchten es mit Eurer Hilfe auch bleiben! UFO, VC sowie Bodenkolleginnen und –kollegen haben übrigens je ein Drittel unserer Sitze, denn nur Einigkeit macht stark.

 

Beitrittsformulare

Beitrittsformulare können hier heruntergeladen werden

 

Sabine Muchow
IVTV Vorstand

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Eurecca

UFO-Smell Event Guide

Wie verhalte ich mich bei einem Vorfall, bei dem ich möglicherweise kontaminierter Kabinenluft ausgesetzt bin? Der neu veröffentlichte UFO-Smell Event Guide gibt Antworten und bietet einen Leitfaden vom Briefing bis zur ärztlichen Betreuung.

 

Überarbeitete Version

Smell-Guide Deutsch

Smell-Guide English 

 

Positionspapier der UFO Deutsch

UFO position paper english