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Der Gesamtkonflikt im Lufthansa-Konzern ist im Bereich Kabine mit einer Einigung erfolgreich beendet worden. Unter der Leitung von Matthias Platzeck, Ministerpräsident a.D., konnten sich beide Seiten auf die umfassendste Reform im Lufthansa-Konzern verständigen. Die fast dreijährigen Verhandlungen zum Tarifwerk „Agenda-Kabine“ sind damit abgeschlossen. Die Annahme des Schlichtungspakets hängt nun von der Zustimmung der UFO-Mitglieder in der folgenden Urabstimmung bis zum 10.08.2016 ab.

Teil dieser Reform, die über 20 Verträge umfasst, ist unter anderem eine Umstellung der betrieblichen Alters- und Übergangsversorgung. Die Ablösung von festen Leistungszusagen geht mit vielfachen Verbesserungen in der Absicherung und Flexibilisierung für die Mitarbeiter und einem vollständigen Erhalt des bisherigen Niveaus für heutige und künftige Mitarbeiter einher.

Zudem gibt es eine Einigung über ein offizielles, Airline-übergreifendes Berufsbild Kabine auf Bachelor-Niveau. Aus Sicht der UFO erhält die Arbeit in der Kabine damit den Stellenwert, den sie schon lange verdient hat.

Neben einer Einmalzahlung von 3.000 Euro – die Auszahlung erfolgte bereits im April 2016 - und einer Gesamttabellenerhöhung von knapp 5,5% im Zeitraum Januar 2016 bis Juni 2019 werden vor allem die gewinnabhängigen Vergütungskomponenten fast verdoppelt und einem Mitarbeiteraktienfonds zugeführt, der die Ausschüttungen organisiert.

„Nach drei Jahren, zwei Schlichtungen und dem längsten Streik in der Geschichte des Lufthansa-Konzerns ist dieses Ergebnis für unsere Kollegen ein Riesenerfolg“, sagt Nicoley Baublies, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL), über das Schlichtungsergebnis für den Bereich Kabine.

Auch der Konzern erreicht Effekte in diesem Abschluss, die zukunftsweisend für Kunden, Analysten und Aktionäre sind. Strukturelle Veränderungen, wie z.B. JUMP, saisonale Flexibilisierungen, Vergütungsstrukturen für Menschen, die nur kurz in der Kabine arbeiten möchten, sowie Bilanzvorteile durch Versorgungsumstellung und der Grundlagenvertrag für die Low-Cost-Bedingungen der Eurowings helfen, den Konzern dauerhaft wettbewerbsfähig zu halten.

„Nicht umsonst hat sich im Verlauf dieses Prozesses die IGL als Gewerkschaft für alle Beschäftigten im Luftverkehr etabliert. Wenn wir in dieser Runde ein ‚klein-klein‘ akzeptiert hätten, wäre das alles nicht möglich gewesen. Als Vertretung aller Mitarbeiter sind wir gesamthaft dem volatilen Geschäft in teils unfairem Wettbewerb ausgesetzt. Die Konzernspitze braucht Gewerkschaften als Gegenüber, die mit intelligenten Ansätzen und Hartnäckigkeit auf Lösungen drängen, da ansonsten eher einfache Abbauprogramme und Auslagerungen im Raum stehen, die dann wiederum zu den bisherigen Auseinandersetzungen führen. Mit der Kabine wurden nun bessere Lösungen gefunden“, so Baublies weiter.

„Mit diesem Paket haben wir gemeinsam etwas Revolutionäres geschafft: Gute Arbeits- und Verdienstbedingungen wurden gesichert und ausgebaut und auf der anderen Seite dem Unternehmen die Mittel an die Hand gegeben, um erfolgreich zu bleiben und langfristige Planbarkeit zu erhalten. Um es kurz zu sagen: Ein solcher Abschluss ist einmalig in der deutschen Tariflandschaft und kann auch allen anderen Mitarbeiterbereichen in der Branche als Vorbild dienen“, zeigt sich Nicoley Baublies, Vorsitzender der IGL, schließlich zufrieden mit dem Ergebnis.

Zudem wurde ein Rahmen für Tarifverträge für die neue Eurowings vereinbart, der faire Arbeitsbedingungen für Flugbegleiter beim neuesten Carrier der Lufthansa-Group sicherstellen soll.

„Die neue Eurowings zu tarifieren ist einer der Kernpunkte der "Agenda-Kabine". Das Gleichgewicht zwischen unterschiedlichen Arbeitsplätzen und den Anforderungen an ein sensibles Fluggeschäft herzustellen, ist die für alle Beteiligten größte Herausforderung“, erklärt Uwe Hien, Tarifreferent bei der UFO.

„Damit können für junge Menschen Arbeitsplätze mit Perspektive geschaffen werden, allen Mitarbeitern wird die Ausbildung im Rahmen des Berufsbildes offenstehen. Aber auch bei Eurowings werden neben aller Produktivität gute soziale Mindeststandards etabliert wie Betriebsrentenelemente, unbefristete Arbeitsplätze mit Wechseloption zur Lufthansa, ein Mitarbeiterfonds, Mitbestimmungsgremien, die den jungen Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen „, so Hien weiter.

„Die Mitarbeiter in den anderen deutschen Konzerngesellschaften sind ebenfalls von den Umbauplänen des Konzerns betroffen und wurden auf verschiedene Weise, nicht zuletzt durch Sozialplanverfahren, Bestandssicherung und Wechselvereinbarungen abgesichert“, ergänzt Sylvia De la Cruz, Tarifvorstand der UFO und unter anderem zuständig für die Tarifarbeit in den LH-Konzerngesellschaften.

Weitere Vereinbarungen zwischen UFO und Lufthansa sind etwa Regelungen zu Personalkapazitätsplanungen, gemeinsamer Lobbyarbeit, langfristigem Kündigungsschutz und Verbot von Leiharbeit und Befristungen in der Kabine. Darüber hinaus haben sich die Tarifpartner auf künftige Verträge zur Sozialpartnerschaft und Konfliktlösungsmechanismen verständigt, die auch eine Eskalation vor einem Streik ordnen. „Ja, wir haben auch Spielregeln im Arbeitskampf etabliert. Spartengewerkschaften haben von jeher ein Interesse an guter Sozialpartnerschaft. Wir hoffen, dass auch dies als Vorbild für eine bessere und friedlichere Sozialpartnerschaft dienen kann, die unsere Branche so dringend braucht und allen Beteiligten Planbarkeit gibt“, ergänzt der neue UFO-Vorsitzende, Alexander Behrens.

Abgerundet wird das Paket durch vielfältige Regelungen zur Verbesserung von Pausenregeln, Teilzeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf, Familie und etwaigem Studium, bessere Bereitschaftsregeln sowie eine Differenzierungsklausel, die Leistungen von Lufthansa exklusiv an UFO-Mitglieder vorsieht.

„Materiell sind die Probleme der letzten Jahre geregelt, die zu einer enormen Entfremdung des Personals und des Managements geführt haben. Nun ist es unabdingbar, dass der Geist dieser Vereinbarungen, die dem Individuum Schutz und Verbesserungen garantiert und dem Konzern Flexibilität und Kostenvorteile anbietet, auch den Weg in die künftige Zusammenarbeit im Alltag findet. Wir sind uns einig, dass wir immer unterschiedliche Rollen behalten, doch wir müssen vielmehr mit- und viel weniger gegeneinander arbeiten“, so Baublies abschließend.

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