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#unitedwestand

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die vergangenen acht Tage waren für alle ein außerordentliches Erlebnis. Jeder hat für sich und auf seine Weise diese Zeit erlebt. Die Einen saßen im Ausland fest, die Anderen sind jeden Tag am Kiss & Fly oder am FOC erschienen, wieder andere sind einfach zu Hause geblieben und wenige sind fliegen gegangen. Obwohl anscheinend jeder diesen Arbeitskampf anders erlebt hat, steht über alledem ein überwältigendes Gefühl: Zusammenhalt!

Hier könnt ihr auf youtube das Video der gestrigen Kundgebung ansehen:
https://youtu.be/ONB-4AoN808

Wir haben sehr deutlich gezeigt, was die Kabine vom derzeitigen Umgang des Lufthansamanagements mit seinen Mitarbeitern hält und mit dem fulminanten Abschluss am gestrigen Freitag dürfte klar geworden sein, dass wir damit nicht alleine im Konzern sind. Umso erschütterter sind wir über die Reaktionen der Konzernleitung. In völlig realitätsfremd anmutenden Ausmaßen wird das ewig gleiche Mantra der Kostenparole wiederholt. 


Carsten Spohr krönt dies mit einem Brief an die Kabine, der wie aus einer anderen Welt zu sein scheint:

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen der Lufthansa Kabine,

ich habe mich vor wenigen Minuten mit der beigefügten Nachricht * an unsere Kunden gewandt und das versprochen, wovon ich auch nach diesem Arbeitskampf zutiefst überzeugt bin: Dass Sie ab morgen alles dafür tun werden, das Vertrauen unserer Lufthansa Gäste wieder herzustellen. Als unsere Kabinenmitarbeiter verkörpern Sie das, wofür die Lufthansa Passage als Premium Airline und größter Teil des Lufthansa Konzerns steht: beste Sicherheit, Qualität, Service und Zuverlässigkeit.

Mir ist sehr bewusst, dass einige Vorstandsentscheidungen der letzten Monate für Sie nur sehr schwer zu akzeptieren waren. So schwierig diese Entscheidungen auch für uns sind, sie dienen einem gemeinsamen Ziel: Unsere Lufthansa, Ihre Lufthansa zukunftsfähig zu machen. Anstatt wie in den letzten Jahren Marktanteile zu verlieren, wollen wir durch das Erreichen wettbewerbsfähiger Strukturen auch in der Passage wieder wachsen und neue Märkte bedienen. Mit diesem ergebnislosen Streik ist das noch schwieriger geworden, aber die Chance dazu haben wir: Mit den neuesten Kabinenprodukten und mit unseren Milliardeninvestitionen in neue Flugzeuge. Ganz besonders aber durch Ihre Arbeit an Bord. Lassen Sie uns alle nun wieder unser Bestes geben. Unsere Lufthansa ist jede Anstrengung wert.

Ihr Carsten Spohr

* Hier die Nachricht an die Kunden: 

(Diese Woche geht mit einem traurigen Rekord zu Ende: Der längste Ausstand in unserer Geschichte endet in der Nacht von Freitag auf Samstag. Ich entschuldige mich bei Ihnen, dass wir Sie aufgrund des achttägigen Streiks enttäuschen mussten und Sie nicht wie geplant an Ihre Ziele bringen konnten. Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen zurück zu gewinnen. Meine Kolleginnen und Kollegen – an Bord und am Boden – werden mit all ihrer Kraft dafür arbeiten, Ihnen wieder beste Zuverlässigkeit, Qualität und Service zu bieten, die Sie zurecht von Lufthansa erwarten. Es ist mir ein persönliches Anliegen, Ihnen dieses zu versichern.

Ihr Carsten Spohr)

 

Völlig absurd ist an dieser Geschichte, dass wir uns als Mitarbeiter gar nicht gegen eine Reform der Lufthansa stellen wollen. Gerade die Kabine hat gezeigt, dass sie teilhaben möchte, um eine für alle gute Lösung zu erzielen. Unser Lösungsansatz beinhaltete ein fest zugesagtes und garantiertes Sparpotenzial von mindestens 13% der Kabinenpersonalkosten - ohne dass auch nur ein Kollege oder Kollegin schlechter gestellt werden müsste, als heute.

Stattdessen verbreitet Lufthansa in der Öffentlichkeit ein Bild, das die Mitarbeiter als veränderungsunwillig und die Gewerkschaften als ewig gestrig darstellt. 

Lufthansa behauptet immer wieder öffentlich all unsere Forderungen erfüllt zu haben: (Link zur Tagesschau mit Schädler - hier klicken) - intern wird aber vorgerechnet, dass die Forderungen der UFO unerfüllbar sind: Auf dem verlinkten Flyer (hier der Flyer als PDF) findet ihr auf Seite 4 im oberen Teil die dementsprechenden Infos. Was man von dem Rest, z.B. den angeblichen machtpolitischen Forderungen zu halten hat kann sich jeder denken. Wir haben der LH nur eine Streikforderung zur AV/ÜV gestellt. Alles andere sind falsche Unterstellungen und Zahlenspiele, die uns alle nicht mehr beeindrucken können.

Simone Menne sagte gestern, dass man sich mehr nicht leisten könne, verschweigt dabei aber, dass der UFO-Abschluss in einem Gesamtpaket Kostenentlastungen von 130 Millionen jährlich gebracht hätte. Stattdessen informiert man die Analysten wie folgt:

Englisches Original - hier klicken
Deutsche Übersetzung - hier klicken

Wir würden verstehen, wenn die Lufthansa AG wie in den 90er Jahren kurz vor der Insolvenz stehen würde, dass Einsparungen von rund 40% gefordert würden. Allerdings steuern wir auf ein Rekordergebnis zu, welches eben nicht allein auf günstige Kerosinpreise zurückgeht. Andere Teile des Konzerns haben hierzu bereits Sparbeiträge geleistet. Die Kabine hat mit JUMP! und der Umsetzung des SMK, mit der Rürup-Schlichtung bereits Kosten eingespart und noch zu Beginn der Tarifverhandlungen im Schlichtungspapier die Zukunftsfähigkeit der Kostenstruktur bescheinigt bekommen. 

Doch um das ganz große Rad zu drehen, um dauerhafte Perspektiven zu erhalten, waren wir zu umfassenden Reformen bereit. Natürlich wollten wir dafür etwas haben: Eine Perspektive für die Mitarbeiter dieses Unternehmens. Offenbar findet es die Konzernführung unter Carsten Spohr und der Personaldirektorin Bettina Volkens, unanständig, wenn das Gegenüber für seine Leistungen etwas haben will. Das Wort “gemeinsam” scheint darüber hinaus überhaupt nicht mehr denkbar zu sein. Deshalb war und ist es noch immer wichtig, dass wir der Geschäftsleitung geschlossen gegenüber stehen. Nur wenn der Geist der vergangenen Tage fortbesteht, wird es nicht gelingen die Mitarbeiter um ihren berechtigten Anspruch zur Mitgestaltung zu bringen.

Die Vereinigung Cockpit, vertreten durch Ilja Schulz, hat sich bereits früh mit uns solidarisch erklärt. Umso mehr hat uns gefreut, dass Ilja selbst an der Kundgebung das Wort ergriffen hat und ganz richtig festgestellt hat: Wir sind die Lufthansa! Es führt kein Weg an uns vorbei. Egal ob Kabine, Check-in, Planung, Cockpit oder Techniker - ohne eine motivierte und leidenschaftliche Belegschaft kann kein Unternehmen erfolgreich sein.

ver.di befindet sich derzeit noch in Verhandlungen, die auch am gestrigen Tag stattgefunden haben, und versucht ebenso wie wir das zwei Jahre lang versucht haben, noch einen konsensualen Weg. Aus diesem Grund hat der ver.di-Vorstand eine Teilnahme nicht angekündigt. Die Frankfurter Kollegen wurden jedoch zu unserer Demo eingeladen. 

In den vergangenen Monaten wurde viel um den jeweilig richtigen Weg gerungen. Es gab auch öffentlich wahrgenommene Kritik. Letzlich hat aber LH den Beweis angetreten, dass es egal ist, welchen Weg die einzelnen Gewerkschaften nehmen, zu fairen Ergebnissen führt keiner davon mit diesem Management.

Wie wichtig uns unsere Lufthansa ist, haben wir deutlich gezeigt. Wollen wir hoffen, dass dieses Zeichen in den kommenden Tagen nicht seine Wirkung verfehlt und ein Umdenken bei unserer Konzernleitung zur Folge hat. Unabhängig davon, werden wir weiterhin den Kontakt zu den anderen Beschäftigungsgruppen intensivieren. Denn wenn unsere Vorsteher nicht Teil der Lösung sein wollen, sind sie Teil des Problems. So oder so müssen wir einen Weg finden.

Wir dürfen nicht aufgeben, für einen Vorstoß des Vorstands zu werben, der den Konzern befriedet. Lange genug konnten die Entscheider in ihrer passiven Haltung vor sich hinwerkeln und immer weiter Fakten schaffen, die Angst und Sorge schüren. Es ist an der Zeit, dass die Damen und Herren sich wieder ihrer Rolle als FÜHRUNGS-Kräfte bewusst werden und gemeinsam mit uns die Herausforderungen der Zukunft angehen. Denn für uns ist nicht erst seit gestern klar, dass es so nicht weitergehen kann.

Die Eindrücke aus dieser Woche sind mannigfaltig und würden noch weitere zehn Seiten füllen. Doch am stärksten ist das tolle Bild, dass wir in dieser Woche alle zusammen als Kabine abgeliefert haben. Wir haben uns den Gästen gestellt, waren immer präsent, haben die ( wenigen) Kollegen, die sich gegen das Streiken entschieden haben, mit Respekt behandelt und eher das aufklärende Gespräch gesucht. Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Selbstbewusstsein, Fairness und Respekt zeichnen Euch aus, das habt Ihr bewiesen. Und noch mehr als das, zeigt es uns, wofür wir gemeinsam stehen wollen mit unserer Lufthansa. 

Wir haben einen unglaublich guten Auftakt gemacht, um dieses Ziel erreichen zu können. Jetzt ist es an uns, die Entschlossenheit zu behalten, konsequent weiter zu überzeugen. Wenn man uns lässt, in Gesprächen, ansonsten auch wieder vor den Toren.

Uns haben unglaublich viele Solidaritätsnoten von anderen Gewerkschaften aus der ganzen Welt erhalten, von Verbänden, Kollegen, Gästen etc. Wir werden so bald als möglich auf der UFO-Homepage einen Bereich erstellen, in dem wir dies alles sammeln. 

Wer Bilder und Videos der letzten Tage hat, ganz egal welche, und uns diese zur Verfügung stellen will, kann diese einfach an uns schicken presse@ufo-online.aero

 

Wir werden Euch schnellstmöglich über unser weiteres Vorgehen informieren.

Wir sind die Lufthansa,

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Eurecca

UFO-Smell Event Guide

Wie verhalte ich mich bei einem Vorfall, bei dem ich möglicherweise kontaminierter Kabinenluft ausgesetzt bin? Der neu veröffentlichte UFO-Smell Event Guide gibt Antworten und bietet einen Leitfaden vom Briefing bis zur ärztlichen Betreuung.

 

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