UFO - Unabhängige Flugbegleiter Organisation
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Agenda Kabine

Alles Workshop

oder was?

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11.07.2015

Nachdem wir mit dem verbesserten Angebot der Lufthansa zur AV/ÜV erst einmal die angekündigten Streiks aussetzen konnten, geht es nun darum, wie es weiter gehen kann.

Nach der Ankündigung des Kabinenstreiks und deren zwischenzeitlicher Aussetzunge gab es verschiedene Gespräche, auch mit Vorstandsmitgliedern der Lufthansa.

Es zeigte sich, dass neben vielen inhaltlichen massiven Differenzen auch massive Informationdefizite vorhanden sind. Offenbar ist und war dieses Management in seinem Kampf gegen die Wettbewerber, die Behörden und nicht zuletzt in der Auseinandersetzung mit der VC derart wenig aufnahmebereit und willig, zu sehen, was es mit seinen Mitarbeitern im gesamten Konzern anstellt, dass auch vernünftige Ansätze der UFO, nur weil sie nicht mit den richtigen Überschriften versehen waren oder dem Sparansinnen des Vorstandes ausreichend nachgekommen sind, verworfen, bzw. gar nicht erst eingehend betrachtet wurden.

Es ist nicht schön, aber es ist scheinbar ein Fakt: Ohne die Streikankündigungen hätte sich die Lufthansa mit unseren Themen nicht ausreichend auseinandergesetzt.

Woran dies liegt lässt sich sicherlich nicht einfach beantworten. Ein paar Punkte müssen aber immer wieder einmal genannt werden. Zum Einen hat Lufthansa mit dem Konzernumbau an jeder einzelnen Stelle immense Veränderungen angekündigt und teils schon umgesetzt. Das ist nicht nur sehr ehrgeizig, das bedarf auch einer sehr guten Umsetzung und einem tiefen Dialog mit den Sozialpartnern. Dieser Dialog ist schon deswegen extrem erschwert, weil im Rahmen von “SCORE” unglaublich viel an erfahrenen Leuten wegrationalisiert worden sind und auch im mittleren Management viele den Kurs nicht kennen und/oder nicht unterstützen. In der Tarifabteilung für alle Bereiche sitzt noch ein Bruchteil der Mitarbeiter, die dort noch vor wenigen Jahren waren. Zum Anderen haben sich die Sozialpartner an vielen Stellen tief in ihren Positionen verhakt. Der LH-Vorstand sieht sich massiv unter Druck Erfolge zu liefern. Die Gewerkschaften können ohne Absicherungen und Perspektiven für ihre Mitarbeiter - in einer Phase die sicherlich anspruchsvoll aber eben auch keine Sanierung ist - nicht guten Gewissens eine Sparrunde nach der anderen fahren.

 

Zeitstrahl

Unser Ansinnen eines Workshops mit dem Vorstand wurde erst nach einigen Gesprächen überhaupt  aufgegriffen. In mehreren Gesprächen stellte sich dann aber tatsächlich heraus, dass auf Managementseite beim genaueren Hinsehen Aspekte entdeckt wurden, die dann doch einer intensiveren Beschäftigung würdig erachtet wurden. Mittlerweile werden die Themen intensiv vorbereitet. Ein gutes Zeichen. 

Es ist ein wenig wie über vergossene Milch zu reden. Hätte man das nicht früher tun können und müssen?  Müßig! Jetzt gilt es allerdings die Themen so klar anzugehen, dass sowohl der Lufthansa-Vorstand als auch die UFO am Ende dieses Prozesses wissen, OB das Gesamtpaket Kabine, inkl. Arbeitsplatzsicherheit, inkl. Ausflaggungszenarien, Umgang mit anderen Konzerngesellschaften UND der AV/ÜV so weit geklärt werden kann, dass der angekündigte Streik perspektivisch ganz abgesagt werden kann. 

Dazu erschien der UFO in der Vorbereitung der letzten Tage EIN Workshop als völlig unrealistisch. Zu groß war unsere Sorge, dass man sich nach solch einer zweitägigen Veranstaltung wieder verabschiedet und nur VERMEINTLICH ein “gemeinsames Verständnis” von dort erzielten Vereinbarungen hat.

 

 

Wir haben nun die folgende Vorgehensweise mit der LH verabredet.

Vom 13. bis 14. Juli findet ein erster Workshop statt. Dieser wurde in den letzten Tagen intensiv vorbereitet. An diesen zwei Tagen werden wir uns den Themenrahmen noch einmal vollumfänglich gemeinsam ansehen. Daraus konkrete Klärungs- und Arbeitsaufträge ableiten.

Diese werden dann in der Zeit vom 15. Juli bis 6. August noch einmal in Einzelterminen, Arbeitsgruppen, internen Besprechungen, vor allem in einer 5-tägigen Verhandlungswoche in der letzten Juliwoche so verschriftlicht und in den nötigen Details ausgearbeitet, dass wir danach genau wissen wo Lösungsansätze, wo (scheinbar) unauflösbare Unterschiede und wo ggf. sogar schon vollständige (Teil)einigungen erzielt worden sind.

Am 6. August haben wir dann einen abschließenden Workshop, der diese Themen zusammenführt und auf dem wir dann ein gesamthaftes Bild haben. Ob dies ausreicht, ob es die Sache noch schwieriger macht oder nicht, das werden wir dann direkt nach diesem Workshop UFO-intern bewerten und Euch umgehend darüber informieren, ob damit ein REALISTISCHER Wiedereinstieg in Verhandlungen möglich ist, oder eben auch nicht.

Damit soll vermieden werden, dass wir “aus Versehen” Streiks absagen, ohne gesichert zu wissen, dass wir wirklich eine solidere Ausgangslage haben.

 

Was macht UFO, um der Gesamtsituation zu begegnen

Workshops und Zwischenangebote können nicht darüber hinweghelfen, dass wir in der Gesamtsituation weitere enorme Probleme haben, die geklärt werden müssen. Vieles davon betrifft nicht nur die Kabine, bzw. nicht nur die Classic und auch nicht nur die Arbeitsplätze in Deutschland. Gegen eine Ausflaggung ins Ausland können wir uns nur schwerlich ausschließlich in Deutschland wehren. Berufsgruppen übergreifende Themen wiederum müssen von allen beteiligten Gewerkschaften bzw. Verbänden gelöst werden.

UFO ist in den letzten Jahren und Monaten an verschiedenen Punkten mit den jeweils passenden “Instrumenten” gestartet. Wir sind Gründungsmitglied der EURecca, des europäischen Verbands der Kabinengewerkschaften. Wir haben mit unseren Kollegen aus Österreich, der Schweiz, Italien und Belgien mittlerweile sehr intensive Treffen im Rahmen eines Konzerntarifrats, in denen wir konkrete Tarifthemen des LH-Konzerns besprechen.

 

Die Agenda-Kabine wird vom Gesamttarifrat der deutschen Airlines begleitet.

Ein nächster enorm wichtiger Schritt ist die derzeit laufende Gründung der IGL - der Industriegewerkschaft Luftverkehr. Diese neue Gewerkschaft soll aus den bestehenden Einzelgewerkschaften und Verbänden heraus übergreifend und gemeinschaftlich agieren, ohne dass diese dabei ihre Autonomie einbüßen. Wir sehen jetzt gerade, dass die Arbeitgeber es nicht hinbekommen parallel ohne vernünftige Abstimmung gesamthafte Lösungen für alle Mitarbeitergruppen zu verhandeln. Ganz im Gegenteil entsteht an vielen Punkten eine “teile und herrsche Politik”, welche die verschiedenen Berufsgruppen und Konzerngesellschaften gegeneinander ausspielt. Dass damit nur eine Aufwärtsspirale entstehen kann erleben wir alle schon jetzt.

Es ist noch nicht absehbar ob es so sein wird, dass alle relevanten Gruppierungen von vorneherein an einem solchen Verbund beteiligt sind - sei es durch Mitgliedschaft, Kooperation, Abgrenzungsvereinbarung. Ein “weiter so” wie bisher kann es allerdings nicht geben, dazu sind die Themen zu übergreifend und zu existenziell.

Viele Grüße, Eure UFO

Quelle: geralt - Gerd Altmann aus Freiburg, Deutschland, Pixabay
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