UFO - Unabhängige Flugbegleiter Organisation
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IGL

Newsletter Januar 2018

23.01.2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

es stehen große Projekte an: Betriebsratswahlen, Konzerntarifrunden bei Lufthansa und Fraport, Aufsichtsratswahlen bei Fraport, Fortgang der Verhandlungen bei der ehemaligen airberlin Technik und sicher noch vieles mehr von dem wir heute noch nichts wissen. Im Folgenden geben wir Euch einen kurzen Überblick mit weiteren Informationen. Solltet Ihr Fragen dazu haben oder mit uns ins Gespräch dazu kommen wollen, sind wir für Euch jederzeit per Mail, Telefon und Facebook erreichbar. 

Die Themen im Überblick: 

  • Rekorde bei Fraport
  • Mitgliederversammlung Kabine und Technik
  • Betriebsratswahlen
  • Gemeinsame Liste von GdF und IGL bei den Fraport-Aufsichtsratswahlen
  • Aufsichtsratswahlen Lufthansa
  • Konzerntarifrunde Lufthansa
  • Quo vadis Air Berlin Technik
  • Gründung einer Arbeitsgruppe für Arbeitsschutz an Flughäfen
  • Neue Mitglieder im Januar 2018


Rekorde bei Fraport 

Fraport meldete in der vergangenen Woche einen Rekord an Passagierzahlen. Dieses Wachstum ist unter anderem nur deshalb möglich gewesen, weil Ryanair seit dem vergangenem Jahr Verbindungen ab Frankfurt am Main anbietet. Allerdings heißen mehr Passagiere nicht gleichzeitig mehr Einnahmen. Gerade Wachstum durch Ryanair bedeutet, dass mehr Arbeit für weniger Geld durch noch weniger Kolleginnen und Kollegen zu erledigen ist. Fraport nennt das Rekord, wir nennen das Abwärtsspirale. 2018 steht für Fraport eine Tarifrunde an. Die tariflichen Entwicklungen am größten deutschen Drehkreuz werden uns also 2018 begleiten. Wie es weitergeht, erfahrt Ihr natürlich von uns. 


Mitgliederversammlung Kabine und Technik 

Am 24.01.2018 findet die Mitgliedsversammlung unserer Mitgliedsgewerkschaft UFO statt. Wir werden vor Ort sein und mit den Kolleginnen und Kollegen Fragen rund um unsere gemeinsame Organisation IGL diskutieren. Wir sind sehr gespannt auf die Impulse und Eindrücke aus der Versammlung der Kabine und werden anhand dessen unsere Vorgehensweise für das kommende Jahr 2018 bestimmen. 

Bereits im Dezember hatte unsere Partnerorganisation TGL ihre Mitgliederversammlung. Auch dort waren wir zu Gast und haben mit den Kolleginnen und Kollegen aus den luftfahrttechnischen Betrieben deren Fragen und Ziele rund um IGL diskutiert. 


Betriebsratswahlen 

Im Frühjahr stehen in Deutschland wieder Betriebsratswahlen an. Wir unterstützen Kolleginnen und Kollegen aktiv im Wahlkampf, um so auch auf betrieblicher Ebene als Gegengewicht zum Arbeitgeber aufzutreten. In der anstehenden Kampagne unterstützen wir bei den Wahlen der Lufthansa Technik die Liste TGL/IGL, bei Fraport die Liste FAG-IGL und bei FraSec ist es eine reine IGL-Liste. 

Haltet also in den kommenden Wochen Ausschau nach unseren Plakaten und Kandidaten. Mit zwei von unseren Kandidaten haben wir gesprochen: 


Drei Fragen an Muhammet-Ali Balci, IGL-Mitglied und Betriebsrat bei Fraport 

Ali, Du tritts dieses Jahr zum ersten Mal für IGL bei den Aufsichtsratswahlen der Fraport an. Warum? 

Ich trete dieses Jahr erstmalig an, weil das Aufsichtsrats-Gremium wichtige und weitreichende Entscheidungen trifft. Als aktives IGL-Mitglied möchte ich bei diesen konzernübergreifenden Entscheidungen zu Gunsten unserer Kolleginnen und Kollegen mitbestimmen. 

Ali, wenn Du morgen Michael Müller als Fraport Arbeitsdirektor ablösen würdest, was würdest Du am Fraport ändern? 

Als Arbeitsdirektor würde ich gerne das Zugehörigkeitsgefühl der Beschäftigten stärken und ihnen Zukunftsperspektiven schaffen. Dazu Robert Bosch: "Ich habe nicht viel Geld, weil ich viel verdiene. Ich habe viel Geld, weil ich meine Mitarbeiter gut bezahle!" 

Ali, am Frankfurter Flughafen gibt es seltsame Vergütungsmodelle. Beispiel: Vier Arbeiter stehen an einer Rampe, machen dieselbe Arbeit und erhalten vier unterschiedlichen Gehälter. Wie könnte das verändert werden? 

Wir müssen das Vergütungsmodell in einem einzigen Tarifvertrag zusammentragen und dafür sorgen, dass "gleiche Arbeit mit gleichem Lohn" vergütet wird, egal für welche Firma und an welchem Ort jemand tätig ist. 


Drei Fragen an Jürgen Baumann, IGL-Mitglied, TGL-Mitglied und Betriebsrat Lufthansa Technik 

Jürgen, Du hast Dich für eine TGL/IGL-Doppelmitgliedschaft entschieden. Warum? 

Um gegenüber der Arbeitgeberseite erfolgreich auftreten zu können, brauchen wir eine schlagkräftige und spezialisierte Gewerkschaft für den Industriebereich Luftverkehr. Nur sie kann unsere Interessen qualifiziert und mit dem nötigen Druck vertreten. 

Jürgen, wenn Du sofort drei Verbesserungen für Techniker einführen könntest – was würdest Du verbessern? 

Ein eigener Tarifvertrag mit der LHT würde für uns Techniker die wohl größte Verbesserung bringen. Darüber hinaus hätte die Übernahme aller ehemaligen Azubis der LHT, eine beschleunigte Bearbeitung von Verbesserungsvorschlägen sowie eine Überholung der Sanitäranlagen in den Produktionsbereichen und den Nebenwerkstätten Priorität für mich als Betriebsrat. 

Jürgen, Euer Wahlkampf beginnt in zwei Wochen. Was habt Ihr geplant? 

Zunächst einmal gehen wir natürlich aktiv auf die Kollegen zu, um zu erfahren, was sie bewegt. Außerdem wird es eine Sonderausgabe des TGL/IGL Logbooks, Flyer sowie Aufsteller unserer BR-Kandidaten geben. 


Die genauen Wahlzeiten werden wir noch entsprechend den Betrieben kommunizieren. 


Gemeinsame Liste von GdF und IGL bei Fraport Aufsichtsratswahl 

Fraport wählt im März einen neuen Aufsichtsrat. Wir freuen uns sehr, dass wir mit den Kollegen der GdF eine gemeinsame Kandidatenliste für die Gewerkschaftssitze im Aufsichtsrat machen werden. Doch auch bei den Arbeitnehmerlisten und zur Delegiertenwahl treten wir in Kooperationen an. IGL wird also präsent sein bei der kommenden Wahl. 

Sollten die Begriffe Gewerkschaftsliste, Arbeitnehmerliste und Delegierte fremd für Euch sein, könnt Ihr auf unserer Facebook-Seite "Wahlen im Luftverkehr" und unter www.triff-deine-wahl.de Informationen zum Wahlsystem und allgemein zur Aufsichtsratswahl finden. 


Aufsichtsratswahl Lufthansa 

Die Delegiertenwahl bei Lufthansa geht in die finale Phase. Wir sind mit einem Konzernbündnis mit UFO, TGL, AGiL und IGL angetreten. Nachdem ver.di und VC eine gemeinsame Kandidatenliste für die Gewerkschaftssitze aufstellten, sind wir das einzige konzernübergreifende Angebot für eine geschlossene Vertretung auf der Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat der Lufthansa. Solltet Ihr noch nicht gewählt haben: Macht Euer Kreuz, denn jede Stimme zählt. 


Konzerntarifrunde Lufthansa 

Nach wie vor deuten alle Zeichen auf einen simplen Gehaltsabschluss zwischen ver.di und Lufthansa. Noch immer fehlt jedwede Absicherung und Perspektive im andauernden Konzernumbau. Wir halten es für kurzsichtig, nur ein paar Prozent auf die Tabelle zu geben und die Tarifverträge wieder zu schließen. Wir sind nicht an einen Abschluss der ver.di gebunden und im Zweifel muss das Management zur Verhandlung gezwungen werden. Wir werden nach einem Abschluss zwischen ver.di und Lufthansa deren Ergebnis bewerten und das weitere Vorgehen diskutieren. Es bleibt also spannend und wir werden voraussichtlich für unsere Interessen kämpfen müssen. 


Quo vadis airberlin Technik 

Teile der ehemaligen airberlin Technik sind durch ein Bieterkonsortium von Nayak und Zeitfracht übernommen worden. Ver.di hat einen Fortführungstarifvertrag abgeschlossen, der die Arbeitsbedingungen der Kolleginnen und Kollegen teilweise deutlich verschlechtert. Wir selbst hatten den Erwerbern ein Eckpunktpapier übersandt, das durch ver.di zuverlässig unterschossen wurde. 

Auch hier sind wir in der komfortablen Situation, dass uns die Vereinbarungen von ver.di nicht binden. Obendrein sind wir unangefochtene Mehrheitsgewerkschaft im Betrieb. Wir werden weiterhin mit unseren Gremien an unseren Inhalten arbeiten und auf einen Abschluss drängen, der auch die Dinge reparieren wird, die ver.di in ihrem Fortführungstarifvertrag einfach vergessen hat. 


Gründung einer Arbeitsgruppe für Arbeitsschutz an Flughäfen 

Ende vergangenen Jahres haben wir eine Arbeitsgruppe für Arbeitsschutzthemen an Flughäfen gegründet. Bei der konstituierenden Sitzung wurde Klaus Urban zum Sprecher gewählt. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit Themen rund um den Arbeitsplatz am Flughafen und erarbeitet Verbesserungsbedarf, weist aber genauso auf Missstände hin und trägt diese auch an die Arbeitgeber heran. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich jederzeit bei uns unter info@igl.aero melden. 


Neue Mitglieder im Januar 2018 

Zum Schluss noch in eigener Sache: Wir freuen uns im Januar viele neue Mitglieder zu begrüßen. Das ist ein toller Start ins neue Jahr und wir werden daran arbeiten, dass es so weitergeht.

Dazu haben wir Matthias Höfer, Betriebsrat in Kassel und IGL-Mitglied, drei Fragen gestellt: 

Matthias, warum hast Du Dich für die IGL entschieden? 

IGL ist die Gewerkschaft für den Luftverkehr und bietet die meisten Chancen, um die Interessen möglichst vieler Kolleginnen und Kollegen am Airport zu vertreten. 

Matthias, welche Herausforderungen geht Ihr in Kassel gerade an? 

Wir wollen möglichst viele Mitglieder gewinnen, um mit dem Arbeitgeber einen Tarifvertrag für die Beschäftigten auszuhandeln. 

Matthias, wie siehst Du die Zukunft des Flughafens in Kassel? 

Nach einem missglückten Start trotz pünktlicher Eröffnung im Jahr 2013 und zwei Wintersaisons ohne Verkehrsluftfahrt deutet sich mit der Airline "Sundair" eine Wende zu mehr Flugverkehr an. Seit Sommer 2017 haben wir deutlich mehr Flugverkehr. Wir Kolleginnen und Kollegen in Kassel begrüßen diese Entwicklung sehr und hoffen, dass sich die Flugbewegungen und Passagierzahlen deutlich nach oben entwickeln. 

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