
Einordnung zu den Wechseloptionen zur Lufthansa
Einordnung zu den Wechseloptionen zur Lufthansa

Liebe Kolleg*innen,
letzte Woche gab es eine Kommunikation der Geschäftsführung, die vermeintlich einen Einblick in den Sachstand zu unseren Gesprächen über Wechseloptionen zur Lufthansa geben sollte. Hierzu möchten wir euch heute eine Einordnung aus Sicht der UFO geben.
Die Gespräche über Wechseloptionen von Lufthansa CityLine zu Lufthansa führen auf der einen Seite die UFO, mit einer aus CityLiner*innen und Lufthanseat*innen besetzten Verhandlungskommission und auf der anderen Seite der Arbeitgeberverband im Luftverkehr (AGVL) im Auftrag der Lufthansa AG. Wir sprechen über diese Wechseloptionen nicht mit der Lufthansa CityLine GmbH bzw. mit deren Geschäftsführung. Ansprechpartner ist nur der AGVL.
Diese Gespräche zu Wechseloptionen sind auch nicht Gegenstand der gegenwärtigen Tarifkonflikte mit der CLH oder DLH. Die tariflichen Forderungen, die Gegenstand der zuletzt von UFO durchgeführten Arbeitskampfmaßnahmen waren, richten sich ausschließlich an die Lufthansa CityLine GmbH und umfassen einen tariflichen Sozialplan, um mögliche Nachteile für die von UFO vertretenen Kabinenbeschäftigten der Lufthansa CityLine GmbH im Falle einer Abwicklung des Flugbetriebs auszugleichen. Der Tarifkonflikt mit der DLH betrifft einzig den MTV.
Beim tariflichen Sozialplan geht es also um Forderungen der UFO, die wir an die Lufthansa CityLine GmbH richten.
Bei den Wechseloptionen geht es aber um Anliegen der UFO, die wir an die Lufthansa AG richten.
Diese Anliegen sind – wie bereits oben mitgeteilt - auch nicht Gegenstand des Tarifkonflikts mit der DLH. Vielmehr appellieren wir hier an die soziale Verantwortung der DLH. Wir sprechen hier in einem geschlossenen Tarifvertrag, da – wie euch bekannt ist – eine (unzureichende) Wechselvereinbarung mit der DLH besteht. Gleichwohl hat die DLH im letzten Verhandlungstermin zum MTV versucht, die Wechselmöglichkeiten der CityLiner*innen mit unseren MTV-Forderungen gegenüber der DLH zu verknüpfen. Das haben wir sofort abgelehnt. Das sind völlig unterschiedliche Dinge, die wir nicht miteinander vermischen.
Daher reden wir auf der einen und die CLH auf der anderen Seite von zwei unterschiedlichen Paar Schuhen.
Die Geschäftsführung der Lufthansa CityLine verliert in ihrer Kommunikation leider kein Wort darüber, dass sie jegliche Verhandlungen zu einem tariflichen Sozialplan kategorisch ablehnt. Dr. Fabian Schmidt und Frank Maleiner äußern sich stattdessen aber zu den Gesprächen über Wechseloptionen, für die sie gar nicht zuständig sind. Hierdurch werden getrennte Sachverhalte bewusst vermischt, um Unsicherheiten zu streuen und vom eigentlichen Problem, der Verweigerung eines tariflichen Sozialplans, abzulenken.
Wenn die Geschäftsführung der CLH aber aus den Inhalten der laufenden Gespräche über Wechseloptionen berichtet, sollte sie dies fairerweise auch vollständig und richtig tun. Man erzählt euch nämlich nur die halbe Wahrheit.
- Die erste Frage, die in den diesbezüglichen Gesprächen mit der DLH zu klären wäre, ist, ob es einen garantierten Wechsel zur Lufthansa geben soll, also unabhängig davon, ob Lufthansa Bedarf hat oder nicht.
- Die zweite Frage ist, ob es einen Wechsel für alle CityLiner*innen, die Interesse haben zur Lufthansa wechseln zu wollen, geben soll oder nicht.
- Die dritte Frage ist, wann ein solcher Wechsel erfolgen soll.
- Die vierte Frage ist, zu welchen Konditionen ein solcher Wechsel stattfinden soll.
Da hat die Geschäftsführung wohl ein paar wesentliche Dinge vergessen zu erwähnen.
Der Sachstand ist wie folgt:
In der ersten Frage:
Lufthansa bietet keine garantierte Übernahme. CityLiner*innen sollen nur dann wechseln dürfen, wenn es für die Kabine der Lufthansa Einstellungsbedarf gibt. Ob und wann das sein wird, kann niemand mit Sicherheit sagen. Es kann sein. Es kann aber auch nicht sein.
In der zweiten Frage:
Da Lufthansa ein Wechselangebot vom eigenen Bedarf abhängig macht, gibt es auch keine Zusage, dass alle CityLiner*innen, die zu Lufthansa wechseln wollen, auch tatsächlich zur Lufthansa wechseln dürfen. Geht es nach Lufthansa, können nur so viele CityLiner*innen wechseln, wie die Lufthansa gerade braucht. Und auch nur an dem Standort (FRA oder MUC), der gerade Bedarf anmeldet.
In der dritten Frage:
Ob und wann ein solches Wechselangebot kommt, kann Lufthansa nicht mit absoluter Sicherheit beantworten. 2026? 2027? 2028? Gibt es überhaupt noch Wachstum bei Lufthansa? Entsprechend bleibt die Frage ungeklärt, was mit CityLiner*innen passiert, wenn bis zur Aufgabe des Flugbetriebs der CLH gar kein Personalbedarf in der Kabine der Lufthansa entsteht.
In der vierten Frage:
Bei den Konditionen, also der Frage nach dem “wie”, bewegt man sich auch nicht in die richtige Richtung. Anstatt CityLiner*innen anhand ihres Bruttoverdienstes eins zu eins in die bestehenden Tabellen der LHA-Kabine einzugruppieren, bietet man eine Art "Sonderbehandlung” für CityLiner*innen an. Sie sollen ganz unten in der LHA-Tabelle eingruppiert werden. Um den Verdienst zu heute auszugleichen, soll es eine Art Ausgleichszahlung geben, die den Unterschied vom Lufthansa-Gehalt eines Neulings in Stufe 1 zum heutigen CLH-Verdienst ausgleichen soll. Diese Ausgleichszahlung würde aber jedes Jahr mit jeder Stufensteigerung um genau den Stufensteigerungsbetrag verringert. Man würde also ein Leben lang maximal nur als CityLiner*in weiterbezahlt. Das ist keine Integration. Das ist lebenslange Ausgrenzung.
Besser als nichts, könnte man sagen. Und das stimmt. Besser als nichts. Aber nicht viel. Denn wenn im entscheidenden Zeitpunkt kein Bedarf ist, dann ist kein Bedarf. Und dann ist dieses Angebot exakt genauso gut wie nichts. Da hilft es auch nichts, wenn man zwischen den Zeilen den Verdacht erwecken will, wir, die Arbeitnehmervertretung, seien nicht lösungsorientiert. Die Wahrheit ist – so ist das einfach kein Weg.
Davon abgesehen ist mit einem Wechsel zur Lufthansa, auch mit einem hervorragenden, bei weitem nicht allen Kolleg*innen gedient. Daher besteht die Notwendigkeit nach einem Sozialplan nicht nur unverändert fort, sondern dringlicher denn je, da der Tag X näher und näher rückt. Aus diesem Grund haben wir unseren Newsletter letzten Freitag versandt und euch auf die weiteren Schritte zu einem tariflichen Sozialplan vorbereitet.
Es gilt also weiterhin: stay tuned und stay united
Eure UFO-Tarifabteilung und CLH-Tarifkommission