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Turkish Airlines

Vorwürfe gegen das Management

08.10.2013

Das Star Alliance Mitglied "Turkish Airlines" erscheint neuerdings nicht nur als beste europäische Fluggesellschaft in den Schlagzeilen, sondern auch als Arbeitgeber mit zweifelhaftem Ruf.

Uns erreichte ein Schreiben der türkischen Gewerkschaft für Angestellte der zivilen Luftfahrt "Hava-İş" zum Streik der Turkish Airlines-Mitarbeiter im Mai dieses Jahres. Darin werden Vorwürfe gegen das Management von TA und die türkische Regierung erhoben, über die wir Euch gerne informieren möchten, da sie ein Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmerrechte darstellt.

Mitte Mai bestreikten Angestellte der TA das Unternehmen. Gefordert wurden u.a. Tariferhöhungen sowie Ruhezeitregelungen, die mit wissenschaftlichen Erkenntnissen in Einklang stehen sollten. Für die Nutzung  ihres Streikrechts, sollten die TA-Mitarbeiter laut des uns vorliegenden Schreibens jedoch einen hohen Preis zahlen:

Da sich knapp die Hälfte der TA-Anteile in staatlicher Hand befindet, mischte man sich umgehend von Seiten der Politik ein; der Streik wurde verurteilt und man stellte sich an die Seite des Managements. Diese Sichtweise wurde auch von den meisten türkischen Medien aufgegriffen.

Die Streikenden wurden indessen vom ersten Streiktag an durch eine enorme Polizeipräsenz an einem Protest am Istanbuler Atatürk Flughafen gehindert und durch das Mitführen von Gasmasken und Tränengaspistolen der Polizisten eingeschüchtert.

Um ein reibungslosen Flugablauf zu gewährleisten, griff man seitens des TA-Managements auf illegale Maßnahmen zurück, so die Gewerkschaft "Hava-İş". Die gesetzliche Minimumcrew-Anzahl sei unterschritten worden. Noch nicht fertig ausgebildete Flugbegleiter/innen seien aus den Lehrgängen auf Strecke geschickt worden. Auch sei Kabinenpersonal auf Flugzeugmustern eingesetzt worden, für die es keine Lizenz besessen habe. Die Sicherheit von Fluggästen und Mitarbeitern sei während dieser Zeit somit massiv gefährdet worden.

Bei der Planung habe man weiterhin Flugdienst- und Ruhezeiten missachtet, um genügend Personal für den Flugbetrieb einsetzen zu können. Zudem habe man während des Streiks neues Personal eingestellt, was jedoch gegen das Gesetz verstößt.

Erst nach dreimaliger Beschwerde beim Ministerium für Arbeit und Sozialer Sicherung entschied das Gericht, die illegalen Praktiken von Turkish Airlines mit einer einstweiligen Verfügung zu unterbinden. Allerdings änderte dies kaum etwas an den Zuständen.

Anstatt sich mit der Gewerkschaft zu einigen, beschloss man seitens der Geschäftsleitung, die Mitarbeiter/innen, die sich nicht am Streik beteiligt hatten, mit unilateralen Tariferhöhungen zu belohnen – eine klare Diskriminierung der Streikenden Belegschaft.

Bisher wurden folgende Maßnahmen gegen dieses Vorgehen ergriffen:

  • Die Gewerkschaft "Hava-İş" legte gemeinsam mit ITF Beschwerde bei der ILO (International Labour Organization) sowohl gegen Turkish Airlines als auch die türkische Regierung ein.
  • "Hava-İş" und andere Aktivisten sendeten Briefe an den Fußballverein "Borussia Dortmund", der von Turkish Airlines gesponsert wird.
  • Für den 7. bis 20. Oktober ist nun eine internationale Flugblatt-Kampagne geplant.

UFO erklärt sich solidarisch mit den Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern von THY und fordert die Geschäftsleitung auf, die entlassenen Mitarbeiter  umgehend wieder zu beschäftigen. Des Weiteren fordert UFO die türkische Regierung auf, das demokratische Menschenrecht auf gewerkschaftliche Betätigung  zu respektieren und zu schützen.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte unterstützt auf den unten angegebenen links die Kampagne der Gewerkschaft Hava- Is

Weitere Infos findet Ihr unter:

http://www.havais.org.tr/eng/

sowie hier:

https://www.youtube.com/watch?v=ufIPUGtI7ZQ

https://www.youtube.com/watch?v=W9oWEVeRvF4

Eure UFO

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