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Politik

EASA veröffentlicht unsichere Vorschläge

zur Neuregelung der Flugdienstzeiten

09.10.2012

Seit 1. Oktober 2012 liegt nun der endgültige Entwurf für die neuen Bestimmungen zu den Flugdienst- und Ruhezeiten von Piloten auf dem Tisch. Allerdings hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) damit ihrem Namen keine Ehre gemacht. – Im Gegenteil! Obwohl von der Weltluftfahrt-Organisation ICAO gefordert, ignoriert der Gesetzesentwurf die Forschungsergebnisse und eindringlichen Ratschläge und Empfehlungen renommierter Wissenschaftler, die sich für strikte Beschränkungen der Flugdienstzeiten aussprechen. Diese Wissenschaftler wurden von der EASA selbst beauftragt und haben ihr Gutachten bereits Ende 2010 vorgelegt.

Offenbar soll nun im Eilverfahren der EASA-Entwurf durch die politischen Gremien in Brüssel ‘durchgewunken’ werden, damit die neuen Regelungen europaweit schon im nächsten Sommer in Kraft treten können. Aufgrund der Besonderheit dieses speziellen, politischen Prozesses, dem sogenannten Komitologie-Verfahren, kann auch das EU-Parlament an diesen Regelungen nichts mehr verändern. Die demokratisch gewählten Volksvertreter dürfen dazu lediglich nur noch „Ja“ oder „Nein“ sagen.

Druck gemacht haben besonders die Lobbyisten der Fluggesellschaften. Eine Interessenvertretung der Passagiere gab es bei den Beratungen zum neuen Gesetzesentwurf hingegen nicht. Dafür haben Airlines über ihre Kontakte zur Politik dafür gesorgt, dass die geplanten Neuregelungen, so wie jetzt vorliegend, überwiegend ihren rein wirtschaftlichen Interessen gerecht werden. Zwar stellen einige der geplanten Neuregelungen für bestimmte EU Mitgliedsstaaten auch Verbesserungen dar, doch werden die letzten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die physische und psychische Leistungsfähigkeit des Menschen nicht angemessen berücksichtigt. So soll beispielsweise jetzt europaweit legalisiert werden, dass Piloten ein Flugzeug landen dürfen, obwohl sie bereits seit mehr als 22 Stunden auf den Beinen sind. Das ist nicht nur unmenschlich, sondern auch gefährlich. Piloten sind keine Übermenschen, sondern genauso ihrem Biorhythmus unterworfen wie jeder andere auch.

Amerikanische Studien belegen schon seit Jahren: nach 12 Stunden Dienstzeit steigt für einen Piloten das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, dramatisch an.

Schon heute spielt bei 20 Prozent der Unfälle in der Luftfahrt die Ermüdung der Piloten eine Rolle!

Aus diesem Grund haben sich unter der Führung des europäischen Piloten-Dachverbandes, der European Cockpit Association (ECA) die nationalen Pilotenvertretungen Spaniens (SEPLA), Frankreichs (SNPL), Italiens (IPA), Deutschlands (VC), Österreichs (ACA) und der Schweiz (SWISS ALPA) zusammengeschlossen und werden in den kommenden Wochen gemeinsam auf der nationalen und internationalen Politikebene dafür kämpfen, dass der vorliegende Gesetzesentwurf vor seinem Inkrafttreten überarbeitet wird.

Quelle: www.flugdienstzeiten.de

Wir möchten noch mal auf die Brisanz des Themas hinweisen. Es ist nicht nur ein Cockpitthema, sondern es trifft uns alle. Wenn wir nicht wollen, dass das Cockpit nach 13h aussteigt und wir bis zur Erschöpfung weiterfliegen müssen, dann müssen wir jetzt reagieren. Dieses Thema betrifft Cockpit und Kabine!

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