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Foto Pixabay Hans

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
der Konsolidierungsprozess im europäischen Luftverkehr schreitet unvermindert voran. Lufthansa und Easyjet verleiben sich wesentliche Teile der Air Berlin ein. Viele unserer Air Berlin Kollegen bleiben dabei auf der Strecke.
 
Die Antwort der Thomas Cook AG auf die Konsolidierung: Thomas Cook Airlines Balearics.  Von dort sollen ab Frühjahr 2018 Flüge für die Thomas Cook Airlines Group, insbesondere aber für die Condor durchgeführt werden. Während die Arbeitgeberseite zunächst vorgab, dass damit im Hinblick auf die Condor "nur" die bisherigen Subcharter, die im Sommer für uns unterwegs waren, ersetzt werden sollen, ließ ein Sprecher später verlautbaren, dass die neue Gesellschaft "Teil der Wachstumsstrategie" sei. Mit anderen Worten: Wachstum wird zukünftig nicht mehr innerhalb der Condor stattfinden, sondern zunächst über diese Neugründung.

Man gibt unumwunden zu, dass der Standort Mallorca dem Unternehmen "eine höhere operationelle Flexibilität bei wettbewerbsgerechten Kostenstrukturen" ermöglichen soll, aber nicht aus Spanien heraus. Vielmehr wird von der Thomas Cook Crewing Company (TCCC) für sieben Standorte in Deutschland Personal gesucht. Und das ist der Sündenfall: Die Tarifbedingungen der Condor in Deutschland sollen so gezielt umgegangen werden.
 
Es bleibt leider auch die einzige Idee, wie man im Wettbewerb bestehen will. Gleichzeitig wird natürlich der Druck auf uns, noch günstiger und produktiver zu performen, erhöht.
 
An dieser Stelle zeigte sich einmal mehr und nur zu deutlich, wie wichtig Beschäftigungssicherungsgarantien und Schutz vor Auslagerungen sind.
 
Unser letzter Verhandlungstermin mit der Arbeitgeberseite zum VTV war natürlich von diesem übergeordneten Thema beeinflusst. 
 
In Zeiten, in denen sich sogar eine Eurowings dazu verpflichtet hat, die Inhalte der Tarifverträge für Mitarbeiter auch der ausländischen Gesellschaft EW-Europe in Wien, die an deutschen Stationen arbeiten, zur Anwendung zu bringen, will man hier ausscheren und Tarifflucht im eigenen Land begehen? 
 
Wir haben der Arbeitgeberseite deutlich gemacht, dass wir angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können. Ohnehin bringt uns das Angebot, welches uns die Arbeitgeberseite im letzten Termin vorgelegt hat, einer Lösung beim Thema VTV nicht wirklich näher. Der Vorschlag beinhaltet zwar mehrere Vergütungserhöhungen, die allerdings nach wie vor nicht einmal ausreichen, um den zu erwartenden Reallohnverlust auszugleichen. 
 
Außerdem macht die Arbeitgeberseite ihr Angebot von der Forderung abhängig, dass wir pro Monat zwei Stunden mehr für dasselbe Grundgehalt arbeiten. Weiter stellt man sich auf Seiten Condor eine für Vergütungstarifverträge ungewöhnlich lange Laufzeit von mehreren Jahren vor.
 
Einen solchen Schritt muss man sich als Gewerkschaft in einem von Kurzlebigkeit und ständigen Veränderungen geprägten Geschäft wie der Fliegerei und insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen natürlich genau überlegen. So etwas können wir unseren Mitgliedern nur zumuten, wenn es im Umkehrschluss Jobsicherheit und Perspektive gibt. Und diesen Weg werden wir auf keinen Fall gehen, solange man uns an anderer Stelle massiv bedroht. Ansonsten setzen wir uns der Gefahr aus, im Rahmen von laufenden Veränderungsprozessen unter die Räder zu geraten.
 
Insgesamt betrachtet wird das Angebot der Arbeitgeberseite unseren Vorstellungen nicht gerecht. Nach wie vor ist das Management nur an ganz wenigen Punkten bereit, auf unsere Forderungen einzugehen. Bei den meisten Themen, z.B. einer von uns geforderten Fortentwicklung der Vergütungstabellen, lehnt die Arbeitgeberseite kategorisch ab, sich damit auch nur auseinanderzusetzen. 
 
Wir haben uns daher ohne Ergebnis vertagt. 
 
Wir haben die Arbeitgeberseite aufgefordert, bis zu dem Folgetermin endlich auch intern für eine Klärung der noch offenen Punkte bei den Themen SB/RES und Teilzeit zu sorgen, um diese zum Abschluss bringen zu können. Hier gibt es immer noch massive Umsetzungsprobleme. Gleichzeitig bedarf es eines verbindlichen Commitments der Arbeitgeberseite, dass die TC Airlines aus Deutschland heraus auch zukünftig in der Kabine nicht zu Bedingungen operiert wird, die unterhalb des Condor-Niveaus liegen.
 
Sollte der Arbeitgeber in den weiteren Gesprächen hier weiterhin auf Konfrontation setzen und einseitig Fakten zu Lasten der Condor-Kabine schaffen, werden wir auch auf Eure Unterstützung angewiesen sein, um den Themen Nachdruck zu verleihen. Wir halten Euch auf dem Laufenden.
 
 
Eure UFO-Tarifkommission Condor 
 
Astrid Wach (Sprecherin), Norman Wiese (Stellv. Sprecher), Jasmin Rödler, Gönül Alsan-Kuhner, Rüdiger Merz, Christian Bötte, Batu Karaoguz, Benjamin Bartsch, Roman Diemer sowie Olaf Bödecker und Uwe Hien (UFO-Tarifabteilung) 

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