.

Foto Pixabay Geralt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie im TV Monitoring in der Platzeck-Schlichtung im Juli 2016 vereinbart, hat mit etwas Verspätung in den vergangenen Wochen zum ersten Mal das sog. Kostenmonitoring stattgefunden (zu finden im Mitgliederbereich auf der UFO-Homepage - Bitte vorher einloggen.)

Ende 2013 war der Antritt der DLH, von allen Arbeitnehmergruppen 20% „einzusammeln“. Jetzt – in Zeiten von Rekordgewinnen - schließt die VC mit der LH einen Vertrag ab in welchem beide Parteien übereinstimmend von 15% Kostensenkung reden. LH hat diese Einsparungen als Voraussetzung für Wachstum in der Passage gemacht.

Zur Erinnerung: Aus der Schlichtung ist die Kabine mit einer strukturellen Einsparung von 7-10% gegangen, die ausschließlich auf Bilanzeffekte der Versorgungsumstellung und JUMP/SMK basiert. Die daraus entstehende Kostenbasis wird für die Laufzeit der Tarifverträge überprüft.

 

Wachstum in der Passage?

Auch wenn bei uns allen durch das explosionsartige Wachstum der Eurowings der Eindruck entsteht, dass sich bei der Passage nichts tut, so sprechen die Zahlen eine recht deutliche Sprache: Seit 2014 (Anfang des Monitorings) ist die Anzahl der Kabinenmitarbeiter in der Passage um gute 15% angestiegen (auf Vollzeitstellen gerechnet – die Anzahl der "Köpfe" sogar um 18%). Dies liegt zum einen daran, dass 2014 deutlicher Personalmangel herrschte, der mit dem TV-Kapa beseitigt wurde und durch die neue EASA-OPS mehr Personal für Bereitschaftsdienste benötigt wird. Aber auch die klarste Kenngröße für Wachstum, die angebotenen Sitzkilometer der Passage, sind um gute 11% in diesem Zeitraum gestiegen. Was die Planung angeht, so dürfte sich dieses Wachstum auch nach dem Abschluss der VC weiter steigern.

 

Ergebnisse TV-Monitoring

Zurück zur Gegenwart: In den sozialen Medien können wir vereinzelt lesen, dass die UFO im Rahmen des vereinbarten Kostenmonitorings, LH einen hohen Millionenbetrag schulde und dies auf dem Rücken der Kabine ausgetragen würde.

NEIN – das ist in keiner Weise der Fall und das ist auch belegbar.

Es gab allerdings einen heftigen Verhandlungsmarathon zum Monitoring in den letzten Wochen. In dessen Verlauf hat LH in unseren Augen tatsächlich "spannende" Ideen entwickelt, was die im Rahmen der Platzeckschlichtung vereinbarten Kosteneinsparungen angeht. In unseren Augen war dies der untaugliche Versuch, noch etwas rauszuholen.

Es ist in der Tat unsäglich, dass wir in Zeiten von Rekordgewinnen so sehr um jeden Cent feilschen müssen. Umso wichtiger ist es, dass wir ein Bündnis für Wachstum und Beschäftigung in Kombination mit dem Monitoring haben, das ein Überschießen von Einsparungen verhindert.

Wir haben mit der konzertierten Aktion 2005 sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Dort waren letztlich die Einsparungen sehr viel höher als prognostiziert. Dieses Mehr an Einsparungen hat sich LH seinerseits komplett eingesackt. So etwas ist mit den jetzigen Verträgen ausgeschlossen.

Am Ende konnten wir uns mit Hilfe der unabhängigen Wirtschaftskanzlei, die uns auch schon in den Verhandlungen begleitet hat, darauf einigen, dass LH hier sehr weit von ihrer ursprünglichen Position abgerückt war. Sofort wirkende und ggf. sogar einseitige Maßnahmen sollten aus ihrer Sicht ergriffen werden und das in einer überzogenen Höhe. Wie LH intern diese Ideen entwickelt hat, ist uns bis heute nicht begreiflich.

Mit der jetzigen Vereinbarung bringen wir im Rahmen des Monitorings nur genau den Teil, der auch vereinbart ist – sämtliche Interpretationsspielräume sind mit dieser Lösung auch für die Zukunft bereinigt.

Dazu musste technisch noch die ein oder andere Formulierung der Vereinbarung präzisiert werden, damit die Regelungen auch finanzmathematisch vernünftig abgebildet werden und solche Streitereien in der Zukunft nicht wieder auftreten. Zudem haben wir beispielsweise vereinbart, dass man künftig nicht mehr halbjährlich, sondern nur jährlich zum Monitoring zusammensitzt. Hierbei hat der externe Sachverständige extrem geholfen.

Dazu gehört auch eine Änderung des sog. Zielpfads, der das zu erreichende Kostenziel darstellt. Dieser wird um 2,3 Millionen angehoben. Dies führt allerdings zu keinen Auswirkungen, da auf der anderen Seite bereits ein Guthaben von einem Vielfachen dieses Betrags abzusehen ist, das in den kommenden Jahren bei gleicher wirtschaftlicher Entwicklung eher größer wird und von uns dann in Tarifverhandlungen im Sinne der Kabine für Tariferhöhungen verwendet werden kann.

 

Gewinnbeteiligung:

Für das kommende Jahr gibt es eine einmalige Korrektur bei der Berechnung der Gewinnbeteiligung und des Mitarbeiterfonds.

Dies hat auch damit zu tun, dass nächstes Jahr für die erste Jahreshälfte noch der alte Vertrag und für die zweite Hälfte der neue Vertrag angewendet werden muss.

Die Gewinnbeteiligung wird aber auch mit dieser Korrektur nächstes Jahr insgesamt höher ausfallen als nach dem alten Vertrag. Dies geschieht auf Grund der guten wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Jahr und der Verbesserungen im Tarifvertrag zur Gewinnbeteiligung.

Für Mitglieder, die an weiteren Details zum Monitoring interessiert sind, organisieren wir gern einen Workshop zu diesem komplexen aber auch sehr spannenden Thema. Meldet Euch dazu unter tarif@ufo-online.aero mit dem Betreff „Workshop Monitoring“ unter Angabe Eures Namens und der Mitgliedsnummer. Sobald sich genügend Interessenten gefunden haben, organisieren wir einen Termin.

 

Im Zuge des Monitorings wurden einige Punkte ebenso geklärt, die uns in den vergangenen Monaten beschäftigt haben:

JUMP!

Eigentlich ist der Einsatz eines Gemischt-P2 auf allen Fliegern mit folgenden Parametern vorgesehen: eine C/CL von maximal 42 Gästen, Zweiklassenflieger (also keine Firstclass), max. 360 Sitze und das auf höchstens 25% der IK-Flotte. Der A330 erfüllt nach dem Umbau in zwei Klassen diese Voraussetzungen und wird künftig mit JUMP-Crewcomplement geflogen. Dies war im Tarifvertrag Monitoring zu einem früheren Zeitpunkt unterstellt. Aus verschiedenen Gründen, auch weil es bis vor kurzem keine Lösung mit der VC gab, ist dies allerdings bis heute nicht umgesetzt. Für die theoretisch fehlenden Einsparungen für dieses Jahr gibt es eine salomonische Lösung: Für die nicht erfolgte Umsetzung im Jahr 2016 und 2017 verzichtet LH komplett auf die vereinbarten Einsparungen, für die kommenden Jahre wird vereinbart, dass JUMP nun unstreitig auch auf der A330-Flotte umgesetzt wird – etwas, das LH aus ihrer Sicht auch gegen den Willen der Tarifpartner hätte tun können.

Allerdings ist die Zeit der A340 und A330 ein endliches Thema. Im TV-JUMP ist bereits im September 2014 festgelegt und an unsere Mitglieder kommuniziert worden, dass für „Nachfolgemuster" verhandelt werden muss. Für diese Verhandlungen haben wir bis Ende 2018 Zeit, innerhalb der oben genannten Parameter zu Lösungen zu kommen.

NUR, und NUR dann, wenn wir das nicht hinbekommen, hat der Arbeitgeber das Recht, einseitig Personalstückkosten durch einseitige Maßnahmen in Höhe von bis zu 1% zu senken. Das fanden wir am Ende des Tages vertretbar. Aus zwei Gründen: Erstens haben wir es in der Hand und zweitens, weil der Arbeitgeber für die Jahre davor auf die Einsparungen ersatzlos verzichtet.

 

PII-IK-Ernennungen / New-purser

Eigentlich würde die Regelung zum A330 dazu führen, dass erst einmal keine weiteren Interkont-P2-Stellen ausgeschrieben werden, sondern ggf. nur Gemischtpurser ernannt würden.

Allerdings haben wir unter dem Begriff des New-purser schon vor einiger Zeit darüber informiert, dass künftig die Laufbahn von P1 zu GemischtP2/InterkontP2 geändert werden soll, um die Rolle des Interkont-P2 auf Dauer und nicht nur befristet bis 2023 festzuschreiben.

Und das meinen wir auch so, egal welche sonstigen Haltungen dazu im Betrieb kursieren!

Der Verhandlungsprozess zum New-purser ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber die Zielsetzung ist klar: Im MTV soll festgelegt werden, dass Langstreckenpurser, die auf NICHT-JUMP-Fliegern eingesetzt werden, super-numeri einzuplanen sind – auf JUMP-Mustern wird dementsprechend teilserviceintegriert gearbeitet. Insofern erfolgt ein teilserviceintegrierter Einsatz nur bei Musterkombinationen, die eine JUMP-Konfigurationen enthalten.

Durch eine Aufnahme dieser Regelung bereits in die kommenden Ausschreibungen, können nun doch Interkont-P2 ausgeschrieben werden. Diese arbeiten dann bereits auf Jump-Fliegern teilserviceintegriert und auf den anderen Flugzeugen super-numeri. Sie erhalten die P2-Endstufen und die P2-Zulage.

Wie genau die künftige Laufbahn der Purser im Rahmen von New-purser aussehen wird, ist noch Teil von Verhandlungen. Klar ist aber jetzt schon, dass die Purserstufen und Zulagen für alle Purser erreichbar sein müssen. Das ist in dieser Entscheidung schon klar angelegt.

 

Kleidergeld

Vor einiger Zeit hat das LAG Frankfurt endgültig entschieden, dass es nicht rechtmäßig ist, dass Mitarbeiter Kosten für die Uniform mittragen müssen. Leider gibt es in Deutschland keinen Automatismus, der dieses Urteil schablonenhaft auf alle Mitarbeiter anwenden lässt. Jeder einzelne hätte im schlimmsten Fall klagen müssen. Nun haben wir im Zuge der "Streitereien" auch dieses Thema glattgezogen: So gibt es für alle Kabinenkollegen eine Erstattung der Kleidergeldeigenanteile innerhalb der Verjährungsfrist (2014 bis heute). Die Auszahlung erfolgt automatisch an alle Kollegen, ohne dass es beantragt werden muss. 

 

Fazit:

Am Ende der Redaktion zu den gesamten Verträgen der Platzeck-Schlichtung gab es, trotz absoluten Rekordgewinnen, wieder unappetitliche Auseinandersetzungen zwischen LH und uns. Auch wenn diese letztlich wieder aufgelöst wurden – gut ist diese Vorgehensweise nicht.

Wir müssen uns auch selbstkritisch die Frage stellen, ob wir unsere künftige Arbeit an der einen oder anderen Stelle justieren, da solche Mammutprozesse und ewigen Redaktionsverhandlungen für Euch und uns keine gute Situation darstellen. Es war für dieses Mal eine richtige Antwort auf die massiven Um- und Abbaupläne des Vorstands. Eine Dauerlösung ist eine solche Vorgehensweise sicher nicht.

Die Verhandlungen haben uns auch intern, in verschiedener Hinsicht, an den Rand der Belastung geführt. Den Arbeitgeber werden wir sicher nicht ändern, weshalb wir weiter an unseren Strategien arbeiten werden. Denn die Kulturfrage ist derzeit auf Seiten des Arbeitgebers sehr klar: "Ich will aber und die Gewerkschaften haben zu machen!"

Deshalb werden wir in den kommenden Wochen und Monaten, die hoffentlich UFO-intern etwas „ruhiger“ werden, zusammen mit allen unseren Gremien aufarbeiten, wie man in Zukunft mit den weiter zunehmenden Begehrlichkeiten des Arbeitgebers und einer immer komplexer werdenden Rechtslage umgehen muss.

Wir hören zudem, dass LH immer noch den Eindruck hat, dass wir eigentlich zu gut aus der Schlichtung herausgekommen sind. Wir wiederum sind der Meinung, dass die Kabine faire Lösungen mitgetragen hat, die LH-seitig an vielen Stellen noch immer nicht sauber umgesetzt werden - und dass es nun einfach auch mal reicht mit weiteren Forderungen.

Hier dürfen wir nicht nachlassen, weiteren Begehrlichkeiten eine klare Absage zu erteilen. Ganz im Gegenteil heißt es angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Lage in den kommenden Runden eher nachzulegen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der LH kann an keiner Stelle mehr das Problem sein, wie nicht nur unser Aktienkurs gerade deutlich zeigt.

Rund um die Themen dieses Newsletters werden wir am Mittwoch, 8.11.207 um 15 Uhr ein Hangout machen. Sendet Eure Themen und Fragen gerne vorab an hangout@ufo-online.aero

Viele Grüße,

Eure UFO

Benutzername ist Deine Mitgliedsnummer!

Achtung: nach 3 Falscheingaben wird der Zugang gesperrt. Bitte wende Dich dann an den Support. (Menü Kontakt -> Support)                             

Eurecca

UFO-Smell Event Guide

Wie verhalte ich mich bei einem Vorfall, bei dem ich möglicherweise kontaminierter Kabinenluft ausgesetzt bin? Der neu veröffentlichte UFO-Smell Event Guide gibt Antworten und bietet einen Leitfaden vom Briefing bis zur ärztlichen Betreuung.

 

Überarbeitete Version

Smell-Guide Deutsch

Smell-Guide English 

 

Positionspapier der UFO Deutsch

UFO position paper english