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Lufthansa

Antwort auf Veröffentlichung

zu Aprilverhandlungen

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15.05.2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Lufthansa hat uns am vergangenen Freitag mit ihrer Veröffentlichung im CRA (Auf der Startseite weiter unten unter "Sozialpartnerthemen" fast ein wenig versteckt) darüber informiert, dass sie die Forderungen von UFO zu den laufenden Verhandlungen ("das Fass läuft voll") für völlig überzogen hält und eigentlich nur über die Reduzierung von Komplexität sprechen möchte. Noch spannender: Man lässt sich dazu hinreißen, zu behaupten, dass wir "plötzlich" zusätzliche Themen mit in Verhandlungen hineinziehen.

Das ist ein gutes Beispiel für, vorsichtig gesagt "phantasievolle" Kommunikation oder mangelndes Einschätzungsvermögen der wichtigen Themen – kein Wunder, ist man doch damit beschäftigt sich für die Airberlin-Integration und das tolle Ergebnis zu feiern.  

LH erhält von uns seit nun fast zwei Jahren regelmäßige Infos darüber, dass wir über fehlerhafte Umsetzungen und ungelöste Themen verhandeln müssen. Auch unsere Videobotschaften sind bei LH nicht nur bekannt, sondern werden dort auch diskutiert.

Nun könnte man vermuten, dies sei eben ganz normale Arbeitgeberrhetorik. Die Verhandlungen im April haben allerdings gezeigt, dass LH-seitig wirklich keinerlei Verständnis für die Situation in der Kabine besteht.

Die jetzige Veröffentlichung von LH belegt einmal mehr, dass wirklich drängende Themen (von SB/RES-Umsetzung, Teilzeit, Motarbeiterfonds, Flugungtauglichkeit/gelber Ausweis, SMK-Wechsel, Umsetzung Versorgung, Pausenregelungen, Purser-Struktur und Bezahlung, Übernachtungen Japan/Korea, JUMP etc.) von der Firma entweder vollständig ausgeklammert werden oder über eine Zuständigkeitsdebatte (PV vs. UFO ) verschleppt werden.

Das Thema "New Purser" ist beispielsweise eines, dass die Betriebspartner regeln sollen. Das geht aber nur zum Teil, denn dazu müssen  die betroffenen Tarifverträge, die Regelungen zu dem Thema enthalten, angepasst werden. Außerdem hat UFO deutliche Forderungen, was die Bezahlungserhöhung angeht. Zudem schwelt dieses Thema nun schon mehr als zwei Jahre, ohne dass es irgendetwas konkretes an Ergebnissen gibt. Den betrieblichen Gesprächen sollten bald Tatsachen folgen, damit in der Gruppe der Purser Klarheit zur eigenen Rolle und weiteren Entwicklungsmöglichkeiten herrscht.

Natürlich ist es dann, wenn dies nicht rechtzeitig geschieht, unsere Pflicht, einzugreifen und LH aufzufordern hier entweder zügig für Planungssicherheit in der Purserschaft zu sorgen - oder diese Punkte mit in unsere Verhandlungen einzubringen.

Lufthansa hat nun angekündigt, dass sie uns im Mai zu weiteren Gesprächen einladen will. Soweit so gut. Allerdings ergibt es wenig Sinn, einfach so weiter zu wurschteln, wenn viele Themen ganz umgangen werden sollen bzw. die Wirtschaftlichkeit das einzig beherrschende Thema ist (siehe LH-VÖ). Wir alle wissen, dass Themen noch nicht oder nicht zufriedenstellend umgesetzt worden sind. Wir wissen auch, dass diese Kabine unter widrigsten Umständen zu dem dritten Rekordergebnis in Folge beigetragen und den 5. Stern mitgeholt hat. Von daher ist es nicht zu akzeptieren, dass hier weiter so getan wird, als müsse sich nichts verbessern.

Wir werden die Termine selbstverständlich wahrnehmen und sind selbst auch daran interessiert, dass die Komplexität sinkt. Wir sind allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht so optimistisch wie LH, dass diese ohne ein Umdenken und ohne konkrete Lösungsvorschläge seitens LH erfolgreich verlaufen können.

Es bleibt erst einmal festzustellen, dass das Fass weiter vollläuft und nun schon 5 Monate verstrichen sind. Es sind jetzt noch 7 Monate bis zum Ende des Jahres und dem Ende der Friedenspflicht!

UFO hat sich immer wieder als Sozialpartner gezeigt, der ein Interesse hat, dass Lösungen kooperativ und als win-win-Idee erzielt werden. Genug ist aber genug. Die Optimierung des Konzerns, rein auf (bisher) utopische Renditen, bei gleichzeitigem Abbau von interner Dienstleistung, Errungenschaften und Wertschätzung zeigt jedoch, dass wir ggf. wieder in Zeiten von Klassenkampf zurückkehren müssen, um bisher normale Lösungen zu erreichen. In ersten Reaktionen Eurerseits in den sozialen Medien meldet Ihr auch zurück, dass Ihr ebenso empört seid wie wir und bereit seid, zur Not mit allen Mitteln auf diese Provokation zu reagieren. Es ist bedauerlich wenn es wieder dazu kommen muss, aber wir alle sind im Zweifel gut in der Lage darauf zu antworten – zur Not auch so, wie ihr es erstmals 2008, dann 2012 und zuletzt 2015 eindrucksvoll bewiesen habt.

Viele Grüße

Eure UFO-Tarifabteilung
 

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