UFO - Unabhängige Flugbegleiter Organisation
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Corona-Krise

Fast alle Flieger am Boden –

Überblick zur Gesamtlage und einzelnen Airlines

Corona-Krise

Fast alle Flieger am Boden –

Überblick zur Gesamtlage und einzelnen Airlines

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24.04.2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unsere Branche ist fraglos von dieser Krise besonders betroffen. Wären wir damit allein, müssten wir uns große Sorgen machen. Doch zum Glück agiert die Bundesregierung im Moment stark und lässt keinen Zweifel daran, dass ein Land wie unseres durch diese Krise kommt. Für uns bedeutet das in erster Linie: Für jeden Einschnitt, den wir bringen sollen, können wir mit Anstand und gutem Gewissen Sicherheiten für die Beschäftigten fordern.

Mit dieser Ansicht sind wir nicht alleine. Über Parteigrenzen hinweg fordern Politiker, dass der Lufthansa-Konzern, als Gegenleistung für staatliche Unterstützung, anständig mit all seinen Mitarbeitern umgeht. In Bezug auf Condor scheint eine Lösung mit der Bundesregierung kurz vor dem Abschluss zu stehen.

Diese Anständigkeit muss, darf und kann von uns eingefordert werden.
Nie war es wichtiger, dass alle Mitarbeiter füreinander einstehen und die Gewerkschaften und Personalvertretungen in den verschiedenen Betrieben sich unterstützen, um gute Lösungen zu vereinbaren.

Hier ein Video, in dem beispielhaft der Fraktionsvorsitzende der SPD, Dr. Rolf Mützenich, das Verhalten der Lufthansa im Bundestag scharf kritisiert:

 

Zu den einzelnen Airlines:

 

Germanwings: Willkommen im absurden Theater

Der Arbeitgeber versucht aktuell auf Biegen und Brechen, die Gewerkschaften aus dem Prozess herauszuhalten. Gegenüber der Personalvertretung wird ein enormer zeitlicher Druck aufgebaut, während alles andere aus seiner Sicht offenbar Aufschub duldet. Das Problematische daran ist, dass mit der Personalvertretung nur ein Interessenausgleich verhandelt werden soll, also letztlich die Frage, wie Kündigungen mit Abfindungszahlungen ausgestaltet werden.

Auch ein Sozialplan könnte mit der Gewerkschaft ausgehandelt werden, und die Personalvertretung hat sehr deutlich gemacht, dass sie gemeinsam mit der UFO verhandeln möchte.

Wenn der Konzern es nur im Ansatz ernst damit meint, dass möglichst für jeden ein Platz in der Gruppe gefunden werden soll, dann dürfte das nicht passieren, denn der Wechsel in andere AOC ist ohne Gewerkschaften nicht sinnvoll möglich und sollte auch keine nachgelagerte, sondern die zentrale Frage in diesem Prozess sein!

Der Drang, uns solange wie möglich herauszuhalten gipfelte gestern in einer ans Absurde grenzenden, mit Formalfragen überfrachteten E-Mailschlacht um die Frage, ob die Geschäftsführung an einer PV-Sitzung teilnehmen wird, wenn dort auch die UFO dabei ist und das drängendste aller Themen – Eure Zukunft – nicht explizit und ganz sicher im Vorfeld als Thema ausgeschlossen wird. Um es nochmal ganz klar herauszustellen: Es ging hier nicht um Verhandlungen oder formal wichtige Aspekte. Es ging um Teilnahme an einer PV-Sitzung. Als Gäste! Zum Zweck eines Austauschs zwischen den Beteiligten, erschienen letztlich nur die PV und UFO. Traurig!

 

Eurowings - EWG: Toter Mann 2.0

Die Geschäftsführung der Eurowings versucht noch immer so zu tun, als gäbe es die UFO nicht und stellt sich tot. Fakt ist aber – der gesamte Konzern steht vor großen Herausforderungen, die potentiell jeden in allen AOC betreffen. Den einen schon heute, den anderen vielleicht morgen. Schwer vorstellbar, dass es am langen Ende zu irgendjemandes Vorteil sein könnte, wenn versucht wird, uns als die Kabinengewerkschaft im Konzern in einem Flugbetrieb zu ignorieren. Fakt ist auch – wir werden uns nicht ignorieren lassen. Mal sehen, wieviel es noch an Überzeugungskraft braucht. Wir werden weiter daran mitarbeiten, dass die Eurowings-Mitarbeiter abgesichert werden und die EWG nicht zur Germanwings 2.0 wird.

 

Lufthansa

In der vergangenen Woche gab es eine Videoverhandlung speziell zur Auszahlung der SMK-Prämie, die eigentlich schon im Februar kommen sollte und bis heute nicht ausgezahlt wurde. Dazu und weiteren Punkten eine Übersicht:

Tarifpartnergipfel am 30.04.2020

Für den 30.04. hat nun der Konzernvorstand das erste Mal in der Krise konkret zu einem Termin geladen, nachdem bisher nur von engem Austausch mit den Sozialpartnern gesprochen wurde und andere Termine nicht stattgefunden haben, obwohl an verschiedenen Stellen von der dringenden Notwendigkeit eines Krisentarifvertrags gesprochen wurde und wird. Unsere Verhandlungsführer (Daniel Flohr, Nicoley Baublies) werden sich anhören, was denn nun die weitere Planung des Konzerns ist und ob ein Mindestmaß an Fairness und Transparenz in diesen außergewöhnlichen Zeiten den Wiedereinzug ins LAC hält.

Die seit gestern kursierenden Nachrichten zu möglichen Staatshilfen, können wir hoffentlich nach diesem Termin mit der Realität abgleichen. Die BILD-Schlagzeile, dass Lufthansa “pleite” sei, darf allerdings getrost als Effekthascherei abgetan werden. Sobald wir hierzu seriös informieren können, machen wir das natürlich.

SMK-Prämie und gelber Ausweis bei DFU

Neuigkeiten im Verhältnis zu unserem letzten Newsletter gibt es nur insoweit, dass zur Prämie nun eine schriftliche Vereinbarung unsererseits unterschrieben wurde und wir nun auf Gegenzeichnung von LH warten. Wann genau sie dann ausgezahlt wird, wissen wir noch immer nicht.

Auch zum gelben Ausweis bei DFU ab Alter 45 gibt es bis heute keine neue Meldung, man prüft wohl noch wo es in der Umsetzung hängt.

Den ausführlichen Newsletter vom Dienstag dieser Woche findet Ihr hier.

 

Condor: Wann kommt die Rettung?

Was die finanzielle Ausstattung der Condor anbelangt, liegt der Ball ganz klar im Feld der Regierung, die zeitnah eine Entscheidung treffen muss, ob und in welcher Form Condor zu retten ist. Dabei zeichnet sich ab, dass der Staat eine Treuhandlösung favorisiert. Bislang hat Condor alles richtig gemacht, im Schutzschirmverfahren vorbildlich performed und wir verhandeln hier weiter in den zwei wichtigen Bereichen TV Teilzeit und MTV mit dem Arbeitgeber, um Condor “sattelfest” zu machen. Wir gehen davon aus, dass sich hier in den kommenden Tagen etwas abzeichnen wird, wie es konkret weitergeht.

 

SunExpress: Die Lage ist ungewiss, der Arbeitgeber blockt Gespräche zur Krisenbewältigung ab.

Nach Abschluss des TV Kurzarbeit erfolgten Kündigungen bei IP, dem Personaldienstleister der Sunexpress, worauf SunExpress keinen Einfluss hatte, da die IP-Mitarbeitenden im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung bei SunExpress tätig waren. Nach Beendigung der Tätigkeit bei SunExpress hätte IP die Möglichkeit gehabt, Kurzarbeit für die Kolleginnen und Kollegen zu beantragen. Dennoch gibt es die Zusage der SunExpress, die IP-ler erneut anzufordern, wenn wieder ein entsprechender Flugbetrieb herrscht.

Nach wie vor sucht das Unternehmen nach einer tragfähigen Perspektive. Allerdings werden seit Abschluss des TV Kurzarbeit die Beratungen mit den Tarifpartnern bezüglich der aktuellen Krise allgemein und der Situation dieses AOC im Besonderen, verweigert und wiederholt abgelehnt. Wir versuchen daher weiterhin und mit Nachdruck den abgerissenen Gesprächsfaden wieder aufzunehmen, um ein Lagebild/Update bezüglich der Situation im Unternehmen von der Geschäftsleitung zu bekommen.

 

CityLine: Jetzt also doch mit der UFO TK CityLine?!

Nachdem der Versuch, eine neue BVB mit der PV abzuschließen, gescheitert ist und die erste BVB die wahrscheinlich kürzeste ungekündigte Bestandszeit jemals hatte, verhandelt nun der Arbeitgeber seit letzter Woche mit uns über einen TV Kurzarbeit. Dabei wird überdeutlich, dass es ganz klare Vorgaben aus dem LAC in Frankfurt gibt. Dementsprechend schwierig gestalten sich die Verhandlungen. Daher verfolgen wir das Ziel, dass es nur einen Tarifvertrag geben kann, wenn auch die zwingend auf Betriebsebene zu regelnden Vereinbarungen getroffen werden. Wir lassen uns als Gewerkschaft nicht gegen die PV ausspielen!

 

EW-EU: BVB zur Kurzarbeit abgeschlossen und PV von Arbeitgeber anerkannt!

Es gibt auch erfreuliche Nachrichten in der Krise: Am 10.04.2020 hat die PV mit dem Arbeitgeber eine BVB Kurzarbeit abgeschlossen. Parallel dazu hat der Arbeitgeber die seit März 2020 vor dem Arbeitsgericht München rechtshängige (Anfechtungs-)Klage gegen die PV, unter Geltendmachung der Nichtigkeit der Wahl, zurückgenommen. Ein Sieg auf der ganzen Linie, zu dem wir der PV EW-EU recht herzlich gratulieren.

Generell arbeiten wir als UFO hier sehr gut mit der PV der EW-EU zusammen, wobei wir nicht nur an einem Strang ziehen, sondern auch in dieselbe Richtung.

Nunmehr ist die PV dabei, in den Arbeitsmodus mit dem Arbeitgeber zu kommen und sich um die aktuellen Belange der Kolleginnen und Kollegen zu kümmern.

 

LGW: Das Gute im Schlechten

Diese Woche hat uns unvermittelt die Hiobsbotschaft erreicht, dass LGW Insolvenz angemeldet hat. Daran gibt es für sich genommen nichts schönzureden, denn es stellt natürlich eine Gefahr für Euch dar.

Aber: Es gibt tatsächlich auch etwas Gutes darin. Es ist nämlich keine “normale Insolvenz”, sondern eine sog. “Insolvenz in Eigenverwaltung”. Das bedeutet, es ist das Ziel, die LGW in der Luft zu halten bzw. sie wieder dorthin zu bekommen. Damit auf dem Weg bis dahin Eure Interessen gewahrt bleiben, werden wir den Arbeitgeber kurzfristig zu Sozialtarifverhandlungen auffordern. Noch können wir Euch leider kaum Details liefern, aber das holen wir selbstverständlich, sobald es geht, nach.

 

UFO-Themen - verschiedenes

Es gibt weitere Themen, abseits dieses “Tariftickers” über die wir Euch nächste Woche weiter informieren werden. Wir machen in der kommenden Woche auch ein weiteres Hangout, ein erster virtueller Infostand hat diese Woche stattgefunden und kam sehr gut an, so dass wir auch dieses Format fortsetzen werden.

In eigener Sache: Unsere satzungsgemäß unabhängige Schiedsstelle hat einstimmig den Ausschluss von Alexander Behrens aus der UFO beschlossen. Das ist das erste Mal seit vielen Jahren, dass ein Mitglied aus der UFO ausgeschlossen wurde.

In den nächsten Wochen stoßen zwei neue Mitarbeiter zur UFO. Gerade in der aktuellen Krise benötigen wir unbedingt weitere Unterstützung. Nie war die UFO mehr gefragt, als bei dem jetzigen Versuch die Arbeitnehmerrechte in dieser Krise zu schützen, daher freuen wir uns, dass Gesche von Hoerner die operative Geschäftsführung ergänzen wird und Dominic Linzmeier als weiterer Tarifreferent zu uns kommt.

Wir halten Euch auch weiterhin regelmäßig auf dem Laufenden.

Bleibt gesund

Eure UFO

Foto: unsplash.com / @jannesglas
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