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Presse

Eurowings bricht KV-Verhandlungen ab

"Ich habe kein Verständnis für den völlig unberechtigten Abbruch der Verhandlungen", empört sich Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt der Gewerkschaft vida, nach der heutigen Eskalation bei neuen Verhandlungen am Flughafen Wien für einen Kollektivvertrag für die Lufthansa-Billigairline Eurowings. Die Vorstände der Eurowings Group und des Mutterkonzern Lufthansa haben ihr Verhandlungsteam zurückgepfiffen – mit der Begründung, dass man zwar mit der Gewerkschaft vida, nicht aber mit den anwesenden Vertretern von Gewerkschaften aus der Schweiz und Deutschland sprechen will.

DACH auch künftiger Gesprächspartner


"Ich fordere die Verhandler auf, sich wieder mit uns allen an einen Tisch zu setzen", so Schwarcz. "Meine Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, der Schweiz und der Gewerkschaft vida sind in der Luftfahrtallianz namens DACH angetreten, um Qualitäts- und Sozialkriterien in der Arbeitswelt der Luftfahrt-Beschäftigten noch stärker in den Vordergrund zu rücken. Darüber haben wir vor Wochen auch Schneider und die Eurowings-Chefetage informiert. Die Reaktion war gleich null", empört sich der Gewerkschafter. vida sowie die KollegInnen von DACH haben sich kooperativ gezeigt, dafür aber nur die kalte Schulter von Eurowings gezeigt bekommen. "Eurowings wird sich in Zukunft mit allen DACH-Vertretern auseinandersetzen müssen. Als paneuropäisches Unternehmen kann das Unternehmen seine Arbeitsbedingungen nicht nur mit einer Gewerkschaft abstimmen. Es steht für uns als Solidaritätsbewegung außer Frage, dass auch die betroffenen KollegInnen aus den anderen Ländern eine Stimme bei den Verhandlungen bekommen", stellt Schwarcz klar.

Rote Karte für Lohn- und Sozialdumping


Die heute abgebrochenen Verhandlungen sind typisch für das bisherige katastrophale Bild, das Eurowings abgibt, so Schwarcz: "Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr steuert mit seiner Billig-Airline seit Monaten von Panne zu Panne. Leidtragende sind die Kunden und die Beschäftigten. Mit Hilfe der kollektivvertragslosen Lufthansa-Billigschiene soll offenbar Lohn-und Sozialdumping über ganz Europa verstreut werden. Das werden wir als DACH-Verband mit allen Mitteln bekämpfen!" Ohne kollektivvertraglichen Ruhezeiten, Gehaltssprünge und Entwicklungsmöglichkeiten steht es zu befürchten, dass der Lufthansakonzern Strecken von der AUA und Swiss zur billigeren Eurowings auslagert. Wir werden es nicht zulassen, dass die durch eine künstlich aufgebaute Konkurrenzsituation innerhalb des eigenen Konzerns Lohn- und Sozialstandards gesenkt beziehungsweise umgangen werden."


Gewerkschaften weiter für Verhandlungen bereit 


Abschließend betont Schwarcz dass, die Gewerkschaft vida gemeinsam mit den Partnergewerkschaften aus Deutschland und der Schweiz selbstverständlich weiter bereit ist, die nötigen Rahmenbedingungen für einen Eurowings-KV abzustecken: "Es müssen endlich verbindliche Standards für das Personal mit allen zuständigen Gewerkschaften für den gesamten Konzern erarbeitet werden und so schnell wie möglich angewendet werden!"

Die Gewerkschafter haben keinen Zweifel daran, dass sich der Lufthansa Konzern erfolgreich im Low Cost Segment etablieren kann, auch ohne bestehenden Arbeitsbedingungen zu unterwandern. "Spohr und Eurowings haben schon öfter signalisiert, ernsthaft an einem Eurowings-KV interessiert zu sein. Das freut uns. Wenn den vielversprechenden Worten aber keine Taten folgen, ist das Bekenntnis letztlich sinnlos", ärgert sich Schwarcz.

Mörfelden-Walldorf, den 10.06.2016

 

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