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Lufthansa

Lufthansa:

Weiteres Vorgehen

21.12.2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

in der Tarifkommissionssitzung diese Woche wurde die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen mit Lufthansa bewertet. Lufthansa hat gegenüber der UFO erklärt, für weitere Gespräche und Verhandlungen nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Das betrifft uns als Tarifkommission ebenfalls. Wir wurden aus den Reihen der Kabine gewählt, um Eure Vertreter bei Tarifverhandlungen mit der Lufthansa zu sein. Nur leider können wir dies gerade nicht tun, da Lufthansa nicht mit uns spricht. 

Wir sind der Meinung, dass sich die Geschäftsleitung damit der Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern entzieht. Als Konsequenz aus dem Verhalten der Lufthansa haben wir besprochen, wie wir weiter vorgehen wollen: z. B. Kündigung weiterer Tarifverträge zur Mitte 2019 und die Erarbeitung von Forderungen, die zu den ohnehin vorhandenen Restanten aus der Schlichtung kommen. Wir sind der Meinung, dass ohne diese starken Signale gegenüber der Lufthansa keine Bewegung in die derzeitige Situation kommt.  

Da Lufthansa nicht mehr mit uns sprechen will, ist eine verschärfte Gangart notwendig. Natürlich stehen wir jederzeit für Gespräche mit Lufthansa zur Verfügung. 

Uns wäre es auch lieber, die kommenden Monate mit Gesprächen zu nutzen, um noch in Friedenszeiten Lösungen zu erreichen. 

Politische Lage aus Sicht der UFO  

Es wird nach irgendetwas gesucht und mit dem Freistellungsstreit ein Grund gefunden, um dann alle vereinbarten Termine abzusagen. Jeder Gesprächsversuch wird abgeblockt, mit dem Hinweis, man spreche nicht mit uns. Die Sozial- und Tarifpartnerschaft ist an einem neuen Tiefpunkt. 

Lufthansa erlaubt sich dieses Verhalten unseres Erachtens nur, weil sie UFO nicht mehr ernst nimmt. Wir allerdings nehmen die Geschäftsleitung, welche uns unmissverständlich die Kündigung von Tarifverträgen immer wieder ins Pflichtenheft schrieb (nachzulesen im CRA "UFO lehnt attraktives Arbeitgeber-Angebot ab", letzter Satz), noch immer sehr ernst. Dazu kommt das jüngst verkündete, einseitige wie unausgegorene Vorgehen zur Purserintegration bei gleichzeitigem Abzug eines FB. Dieser Affront reiht sich in die seit zweieinhalb Jahren ausgesessene Umsetzung der Schlichtung ein, in bester Gesellschaft mit der Pervertierung des SMK, den Zuständen in MUC und dem vergangenen Chaossommer, den die Kabine einfach mal so gewuppt hat. Eine spürbare Entschädigung der Kabine auf LH-Kosten ist aus unserer Sicht Pflicht. 

Was wir dagegen machen 

Um wieder handlungs- und kampffähig zu sein, bestand nach Diskussion in der Sitzung Einigkeit darüber, dass wir klare Zeichen gegenüber Lufthansa setzen müssen. Neben dem bereits Ende November gekündigten TV SMK, stehen sowohl MTV als auch VTV zur Kündigung an, die dann beide ab 01.07.2019 offen und somit bestreikbar wären. Gerade die MTV-Kündigung wird kontrovers diskutiert, sowohl in den sozialen Medien als auch innerhalb der Tarifkommission. Doch wir sind überzeugt, dass es die Demonstration einer selbstbewussten Kabine braucht, die mit Nachdruck ihre Interessen regeln will. 

Denn dauerhafter Schutz gegen weitere Ideen zur Kostenreduzierung auf dem Rücken der Crews und unserer Gäste ist nur mit einem tariflich beschriebenen Crewcomplement sowie einer Festschreibung der jeweiligen Purserrollen je Muster möglich. Beides gehört in den MTV. 

Bereits jetzt haben wir die Gangart gegenüber Lufthansa schon spürbar verschärft. Hinsichtlich der vereinbarten Streichung der zweiten Nacht in Japan/Korea riefen wir eine Schiedsstelle an. Gleiches gilt für die befristeten Teilzeitmodelle. Zusätzliche formale Schritte, die wir wohl auch vor Gericht austragen müssen, sind in Vorbereitung.  

Bekannte Themen wie der gelbe Ausweis bei DFU sind damit natürlich nicht vom Tisch. Es ist einfach nur mehr, was wir lösen müssen.  

Was sonst noch auf unserer Liste steht 

Beispielsweise die Situation der SMK steht noch auf unserer Liste. Die ursprünglich sinnvolle Idee des Modells läuft völlig ins Leere, der Umgang damit ist wenigstens missbräuchlich. Nicht zuletzt deshalb ist dieser Tarifvertrag bereits seit Ende November gekündigt. Fragen der Vergütung, der Wechselmöglichkeiten, Einhalten des TV Kapa und des TV Teilzeit müssen wir klären. Stand heute sehen wir keine Grundlage mehr für ein SMK-Modell und Neueinstellungen sollten wieder ausschließlich in Vollzeit erfolgen.  

Auch der SMP sorgt uns. Denn so wie es im Moment läuft, wird diese lang überfällige Aufwertung unseres Berufs kein Erfolg für alle. Die um sich greifende Frustration können wir gut verstehen. Die vielfältigen "Kinderkrankheiten" haben sich nun gezeigt, und wollen von uns zügig geheilt werden. Wir wünschen uns hier eine enge Zusammenarbeit mit sämtlichen Beteiligten. Alle haben Hausaufgaben zu erledigen, die ILS, die IHK, Lufthansa, die PV und natürlich auch wir, die UFO. Der Tarifkommission, wie auch der gesamten UFO, liegt sehr viel daran, dass die Startschwierigkeiten nur das bleiben, was sie heute sind: Schwierigkeiten am Beginn eines guten und aussichtsreichen Vorhabens. 

Doch wir glauben, dass die uns bekannten Themen nur ein Ausschnitt dessen sind, was Euch bewegt. Um hier nicht an Euch und Euren Interessen vorbeizuarbeiten, wollen wir mit Euch gemeinsam Themen und deren Wichtigkeit erarbeiten. In welchem Format ist noch nicht klar. Doch seid versichert: Es gibt keine Zeit zu verlieren und die ersten Termine sind bereits im Januar. Genaueres dazu teilen wir Euch separat mit. 

Sechs Monate sind schnell vorbei 

Sich einfach den Gesprächen zu entziehen, kann nicht folgenlos bleiben. Die Beziehung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber, wie auch zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber, ist keine Einbahnstraße. Offensichtlich hat Lufthansa das vergessen und wir müssen sie im Zweifel gemeinsam daran erinnern. Denn Lufthansa muss sich mit uns hinsetzen und Lösungen finden. Sechs Monate können bei der Themenfülle sehr kurz sein. Wir finden es selbst schade, dass wir keine kurze und besinnliche Nachricht zu diesem Zeitpunkt verschicken. Doch wir haben es selbst in der Hand, dass das kommende Jahr anders wird. Habt vielen Dank für Euer noch immer in uns gesetztes Vertrauen. Wir wollen dieser Verantwortung gemeinsam wieder besser gerecht werden. 

Genießt die kommenden Festtage im Kreis Eurer Lieben oder auf Strecke mit den Kolleginnen und Kollegen. 

Viele Grüße 

Eure UFO-Tarifkommission Lufthansa und UFO-Tarifabteilung 

TK: Katharina Berndt, Samuele Carta, Thilo Deussen, Tristan Estel, Daniel Kassa-Mbuambi, Lukas Kimmel (Sprecher), Stefan Schwerthelm, Olivia Stelz, Marco Todte 

Tarifabteilung: Nicoley Baublies (Vorstand), Olaf Bödecker, Florian Brockhoff, Daniel Flohr, Stefan Fluck (Vorstand), Uwe Hien, Harry Jäger, Jan-Niklas Mehler, Patricia Stoll, Kristof Uhlig

PS: Noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache. Seit heute findet Ihr auf unserem YouTube-Kanal eine Videobotschaft zum Jahresende von unseren Vorsitzenden Thomas Klappert und Nicoley Baublies.

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