UFO - Unabhängige Flugbegleiter Organisation
UFO - Unabhängige Flugbegleiter Organisation
Lufthansa

P2-Befragung:

Integration jetzt ablehnen!

23.01.2019

In dieser kurzen Veröffentlichung möchten wir allen Pursern empfehlen, der Befragung zum Einsatz als P2-TSI (Teilserviceintegrierter Purser) nicht zuzustimmen. Wenn Ihr nicht teilnehmt, hat dies keinerlei arbeitsrechtliche Konsequenzen für Euch. 

Sobald die Befragung online ist, werden wir Euch dazu updaten. Noch liegt uns diese als freiwillige Befragung angekündigte Maßnahme nicht vor und wir wissen nicht, wann und mit welchen genauen Fragestellungen Lufthansa Euch ansprechen wird.  

Es geht jetzt darum, Lufthansa nicht bei ihrem einseitigen Vorgehen gegen die PV und die UFO zu unterstützen, sondern durch eine Verweigerung dazu zu zwingen, mit den Sozialpartnern nach fairen Lösungen zu suchen; ohne Zwangsintegration und Flugbegleiterabzug.  

Denn wir, die Purser in der UFO, sehen in dem Vorhaben der LH eine regelrechte Deformierung unserer Tätigkeit, für die wir von Gästen sowie Kolleginnen und Kollegen respektiert werden. Wir werden diese Deformierung nicht zulassen, auch mit Blick auf die Förderung unserer heutigen P1-Kolleginnen und -Kollegen und auf die Situation der GP2. 

Zu allem anderen, wie der zweiten örtlichen Nacht in Japan und Korea, der Kündigung der Tarifverträge und vielen weiteren Themen, werden wir Euch in den kommenden Tagen informieren. Uns war es heute wichtig, erst einmal zu der anstehenden freiwilligen Befragung zu kommunizieren.  

Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

wie seitens der Lufthansa bereits auf der letzten Open House-Veranstaltung vom 23.11.2018  angekündigt wurde, sollen nun die IK P2 zu ihrer Bereitschaft zu Teilserviceintegration befragt werden. 

Wir haben schon frühzeitig sowohl in Tarifverhandlungen als auch auf Personalversammlungen klar gemacht, dass die Tarifverträge eine P2-Teilserviceintegration in dieser Form nicht ermöglichen und dass wir die Funktion des P2 super numeri schützen werden. 

Nachdem die Gespräche zwischen Lufthansa und der Personalvertretung und zuletzt zwischen Lufthansa und uns scheiterten, will das Management es jetzt also auf die Spitze treiben: Reicht die Macht gegenüber der Kabine aus, um einseitig immer weitreichendere Zugeständnisse in Form von Kosteneinsparungen und strukturellen Einschnitten zu bekommen? Die Purserschaft ist als erstes gefragt, dieses schmutzige Spiel zu verhindern und ein klares Zeichen an die Konzernleitung zu schicken! 

Lehnt die Teilserviceintegration ab! 

Doch es geht nicht nur um die eigene Arbeitsrolle und das eigene Führungsverständnis. Lufthansa plant eine “Veränderung” des Eco-Service auf der Langstrecke, die den Abzug eines Flugbegleiters ermöglichen soll. Diese Verringerung des Crew Complements geht aus Sicht der Lufthansa nur, wenn sie stattdessen TSI-Purser in den Service einbinden. Als Goodie wird behauptet, es winken interessante Muster, die nur den TSI-Pursern offenstehen sollen. Diese vergiftete Karotte wird sich die Kabine hoffentlich gern entgehen lassen. 

Wir empfinden dieses Vorgehen als höchst inkonsequent. Auf der einen Seite macht die Kabinenleitung Werbung für den partizipativen Prozess zu den Führungsstrukturen und den Kulturwandel, auf der anderen Seite möchte man sich wohl nicht mit den Führungskräften an Bord und deren Vorstellungen beschäftigen. Eine Ablehnung der Integration ist nicht nur eine Absage an die einseitige Reduzierung des Crew Complements und das Überstülpen einer unausgegorenen Arbeitsrolle – es ist ein Zeichen, dass die Purser dem Management nicht auf den Leim gehen und an einer guten Lösung interessiert sind.  

Durch die Ablehnung drohen auch keinerlei Nachteile in arbeitsrechtlicher Hinsicht. Weitere Einzelheiten hierzu sowie zu den rechtlichen Aspekten weiterer Schritte, die Lufthansa gegebenenfalls im Anschluss an eine nicht zu ihrer Zufriedenheit verlaufenen Befragung in Angriff nehmen könnte, findet Ihr in eine rechtliche Stellungnahme von uns, die von unsereren auf luftverkehrsrechtliche Themen spezialisierten Rechtsanwälten geteilt wird, unter folgendem Link

Wir sind uns bewusst, dass in den vergangenen Jahren bei einigen der Eindruck entstand, dass die Purserschaft nicht im Mittelpunkt unserer tarifpolitischen Arbeit ist. Wir möchten auch gar nicht versuchen, diesen Eindruck “wegzuschreiben”. 

Doch vor dem Hintergrund dieses massiven Angriffs auf die Purser, ihre Laufbahn und die notwendige Arbeitsrolle an Bord, ist uns ein klares Bekenntnis besonders wichtig. Wir halten die Rolle des super numeri für einen Grundpfeiler des erstklassigen Produkts und elementar zur Entastung der Crews auf Langstrecke. Das Experiment JUMP hielten wir unter den Voraussetzungen von 2014 für richtig, doch auch hier zeigt sich: Das Aussitzen und Verschleppen von Lufthansa schafft zu viel Unzufriedenheit und zu viele offene Fragen. Daraus haben wir gelernt und werden auf unkonditionierte Experimente nicht mehr eingehen.  

Um den vielfältigen Interessenlagen, die in den vergangenen Jahren entstanden sind, auch gerecht zu werden, wollen wir speziell mit den Pursergruppen in den Austausch treten. Bereits am vergangenen Sonntag waren wir in FRA und werden in den kommenden Wochen weitere Gelegenheiten zum Austausch mit Euch suchen, natürlich auch in MUC. 

MUC: 19.02.2019, 14:00 bis 18:00 Uhr im municon am Münchner Flughafen, Raum K76 (genauere Beschreibung folgt noch) 

FRA:  20.02.2019, 10:00 bis 18:00 Uhr im UFO-Büro, Farmstraße 118, 64546 Mörfelden-Walldorf (genauere Infos, evtl. Aufteilung auf Vormittag und Nachmittag folgt ebenfalls) 

Darüber hinaus könnt Ihr Euch selbstverständlich jederzeit an uns wenden (tarif@ufo-online.aero). 

Viele Grüße 

Eure UFO 

 

Teile diesen Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

  • Condor

    Thomas Cook will Airline-Sparte verkaufen: Condor darf nicht unter die Räder kommen!

    07.02.2019 Artikel lesen
  • Germania

    Worst Case eingetroffen – wir sind am Boden!

    05.02.2019 Artikel lesen
  • Lufthansa

    Macht statt Verantwortung

    Die an zwei Tagen stattgefundenen Tarifverhandlungen zur Kürzung der zweiten Nacht in Japan und Korea und der Gewinnbeteiligung sind soeben…
    08.02.2019 Artikel lesen
  • Berufsbild

    Großer Erfolg bei der ersten Prüfung zum Fachberater für Servicemanagement

    11.02.2019 Artikel lesen

BLEIB' AUF DEM LAUFENDEN: