„Stiefmutter“ blockiert TVPV-Abschluss zwischen
SunExpress und UFO
„Stiefmutter“ blockiert TVPV-Abschluss zwischen
SunExpress und UFO
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in den vergangenen Tagen habt Ihr Euch sicher gefragt, was mit dem Tarifvertrag Personalvertretung ist. Nachdem wir uns mit der SunExpress schon mündlich geeinigt hatten, hat uns, bevor die Tinte unter dem Vertrag trocken war, der Konflikt mit dem Lufthansakonzern eingeholt. Ein Gesprächsembargo sorgt dafür, dass Lufthansa, Eurowings und Germanwings derzeit nicht mit UFO reden dürfen!
Im Nachgang hat der „Mutterkonzern“ Eures Arbeitgebers nun auch dafür gesorgt, dass der TVPV-Abschluss zwischen SunExpress und UFO vorerst ins Stocken geraten ist. Wir finden es unsäglich, dass Ihr unter der aktuellen Situation am meisten leiden müsst, zum Spielball der „Verhandlungstaktik“ der Lufthansa werdet und sich die Einführung der betrieblichen Mitbestimmung verzögert. Es ist aber auch nicht nachvollziehbar, wieso die SXD als Minderheitsbeteiligung sich das Handeln verbieten lässt. Als ob es nicht genügend Probleme gäbe, die im Zusammenspiel und Widerstreit zwischen Personalvertretung und SXD endlich zu lösen wären!
Der zentrale Punkt des Lufthansakonzerns ist die angeblich fehlende Verhandlungsberechtigung der UFO aufgrund einer behaupteten nicht satzungskonformen Nachbenennung zweier UFO-Vorstände. Wir haben als Reaktion auf diesen Vorwurf ein rechtliches Gutachten erstellen lassen, welches einwandfrei aussagt, dass die UFO vertretungsberechtigt ist. Dieses liegt neben der Lufthansa auch der SunExpress vor. Trotz des Gutachtens rückt der Lufthansakonzern vorerst anscheinend nicht von seiner Haltung ab und hegt weiter Zweifel an der Handlungsfähigkeit der UFO. Es ist neu und unerträglich, dass sich ein Arbeitgeber in die Interna seines Sozialpartners einmischt!
Wir haben dem Registergericht Darmstadt, welches für die Eintragung der Vorstände zuständig ist, in den letzten Tagen noch wichtige Unterlagen zukommen lassen, die hoffentlich zu einer zeitnahen Entscheidung führen. Wie lange dieser Prozess jedoch dauern wird, ist schwer abzuwägen. Diese Zeit werden wir jedoch als Gewerkschaft nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Da Euer Arbeitgeber bis auf Weiteres nicht die Befugnis erhält oder sich nimmt, den TVPV für die Kabine umzusetzen, werden wir als Plan B einen Betriebsrat nach Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) wählen lassen. Mit diesem Plan haben wir auch die Geschäftsleitung Eures Arbeitgebers, mit der wir im regelmäßigen Austausch stehen, bereits konfrontiert. Einen Termin zur Einleitung der Wahl haben wir schon im nächsten Monat anvisiert.
Unser wichtigstes Anliegen war und ist es, eine betriebliche Mitbestimmung bei der SunExpress zu integrieren. Gerade die letzten Wochen haben die Notwendigkeit eines solchen Gremiums nochmals verdeutlicht. Vor uns stehen reichlich Herausforderungen wie zum Beispiel die Frage, wer der operationell verantwortliche Flugbetrieb für die ex EW geführte sogenannte Low-Cost-Langstrecke ist. Bei dieser entscheidenden Frage zu der Zukunft der Arbeitsplätze wäre eine Personalvertretung äußerst hilfreich.
Nichtsdestotrotz ist unser geeinter TVPV die eindeutig bessere Wahl, da dieser auf die Besonderheiten eines Flugbetriebes angepasst ist und nach den Verhandlungsrunden mit der SunExpress mit sehr guten Konditionen für die Kabine versehen ist.
Wir bedauern es, dass dieses unsägliche Embargo von der Lufthansa auch die Kabine der SunExpress erreicht hat, und werden nicht müde, auf Euren „Mutterkonzern“ zuzugehen, damit er seine aktuelle, destruktive Haltung endlich aufgibt.
Wenn sich die LH also weiterhin querstellt, werden wir die gesetzlichen Möglichkeiten aufgreifen, die uns seit 1. Mai gegeben sind, und mit der Einladung zu einer Wahlversammlung den ersten hierfür nötigen Schritt gehen.
Eure SXD-TK:
Tümer Metin und Anu Temizkan als Sprecher,
Cansu Güvenc, Romina Kral, Zana Tonkovic, Toni Beltran de la Mata und René Zander
sowie Uwe Hien, Olaf Boedecker und Florian Brockhoff für die UFO