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Lufthansa

Verhandlungen gescheitert -

Nächster Schritt: Urabstimmung

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Nächster Schritt: Urabstimmung

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13.03.2026

Liebe Kolleg*innen, 

letzte Woche haben wir euch noch aus dem LAC heraus ein kurzes Blitzlicht gegeben, heute werden wir euch sagen, wie es weiter geht und detailliert erläutern, warum. 

In Kürze: 

Lufthansa fährt die harte Linie und hält uns und vor allem euch zum Narren. Weiter Verhandeln macht ebenso wenig Sinn, wie ein weiterer Warnstreik, denn unsere Verhandlungen laufen nicht etwa „schwierig“ – sie sind gescheitert. Entsprechend werden wir in der kommenden Woche eine Urabstimmung einleiten. 

Wo stehen wir? 

Nachdem Lufthansa sie uns persönlich vorgestellt hatte, bekamen wir deren desolate Ideen für einen neuen MTV geschickt. Gekennzeichnet mit „streng vertraulich“ und noch eiligst vor der uns zugesagten Übersendung während einer Verhandlungspause überarbeitet, weil manches dann doch zu deutlich formuliert war. 

Zwischen Lufthansa und uns klaffen regelrecht meilenweite Gräben. Man wirft uns flotte Begriffe aus dem Management-Sprech zu („smarte Produktivität“…), die sich am Ende zu Kahlschlag aufaddieren würden. Zugleich wird gebetsmühlenartig von der schlechten Produktivität der Kabine als einer Ursache für allerlei Not des Managements und der Airline daher geplappert. Wie immer wird dabei vergessen, dass wer massiv Programm zusammenstreichen muss, weil seine steinalten Flugzeuge zum Teil mehr stehen als fliegen, eben unproduktiver wird. 

Hätten wir überhaupt keinen MTV, dann wärt ihr im letzten Jahr im Schnitt keine einzige Stunde produktiver geflogen. Ehrenwort. Wer weniger Programm auf gleich viele Menschen verteilt, der bekommt eine schlechtere Auslastung. Das ist ganz simple Mathematik. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn man statt „Auslastung“ lieber „Produktivität“ sagt. Erklärt man das den „besorgten“ Herrschaften auf der anderen Seite des Tisches, dann werden Schultern gezuckt und man hört Argumente der Kategorie „ja, aber trotzdem“. Und beim nächsten Mal einen erneuten, praktisch wortgleichen Vortrag zum Thema „Produktivität“. 

Ein ganz zentrales Argument der Lufthansa für die gewünschte Flexibilisierung ist übrigens eine angeblich dramatisch gestiegene Saisonalität auf der Kurzstrecke. Nur auf der Kurzstrecke. Genau der Kurzstrecke, die man gerade ohnehin auf Neugründungen auslagert. Da platzt einem doch der Kopf… 

Kein Zufall übrigens, dass die eine Neugründung bereits von einer anderen Gewerkschaft tarifiert ist und die andere es sehr bald sein wird. Schön produktiv, knapp über EASA, wie es sich die Arbeitgeberseite seit vielen Jahren wünscht. Wir halten die Vorstellung für ausgesprochen naiv, dass sich das ändert – ganz egal, wie tief wir in die Bedingungen hineinschneiden würden. 

Also alles Quatsch, was Lufthansa erzählt? 

Wir haben es schon oft gesagt, aber man kann es eigentlich nicht oft genug wiederholen: Die bei weitem besten Jahre der Lufthansa sind unter dem aktuell in Nachwirkung weiterhin gültigen MTV erflogen worden. Könnte Lufthansa dennoch mit einem radikal rasierten neuen MTV auf lange Sicht die Marge ein bisschen verbessern? Ja, sicher. Das käme allerdings mit einem hohen Preis:  

Zum einen würdet ihr alle langfristig auf dem Zahnfleisch gehen und kaum noch planbare Freizeit haben. Ein heftiger Preis, wie wir finden. Aber zumindest einer, der einen förmlich anspringt, wenn man von massiv angehobenen Stundenlimits, dem Wegfall von Quartalstagen und „Stabilisierung...durch untermonatige Flexibilisierung“ hört (eine der nachträglich geänderten Formulierungen. Das war dann offenbar selbst Lufthansa ein bisschen peinlich).  

Perfider ist das, was einen nicht sofort anspringt. Die Kabine kostet plus minus ein paar Euro immer das gleiche. Ob sie viel fliegt oder wenig. Wenn ihr von jetzt auf gleich einfach doppelt so „produktiv“ werden würdet, dann hätte Lufthansa damit alleine noch nicht einen Euro gespart, denn die Kabinenkosten wären mehr oder minder identisch.  

Der Weg, über maximale Flexibilität in der Kabine mehr Geld zu verdienen führt nur und ausschließlich über Wachstum (ganz offensichtlich ist das Gegenteil geplant) oder über Personalabbau! Würden wir also Lufthansas feuchten Traum erfüllen und euch zu Freiwild für die Planung machen, stünde das nächste Problem schon vor der Tür: Ein massiver Personalüberhang. Der steht ohnehin über kurz oder lang bevor, da ja zugleich die Kurzstrecke ausgelagert wird. Wir werden einen Teufel tun, dieses Problem noch zu vergrößern.  

Was wir stattdessen tun werden: In der nächsten Woche eine Urabstimmung einzuleiten.  
 
Es gilt einmal mehr: stay tuned und stay united. 

Eure UFO-Tarifabteilung und LH-Tarifkommission 

 

 

 

 

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